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Crowdlending : Kreditplattform Funding Circle will an die Börse

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Die Gründer von Funding Circle: Samir Desai, der Vorstandsvorsitzende sowie James Meekings und Andrew Mullinger. Bild: Funding Circle

Crowdlending wird erwachsen: Die Plattform Funding Circle strebt an die Londoner Börse. Geld verdient das Unternehmen bislang keines.

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          Die Crowdlending-Plattform Funding Circle bereitet den Gang an die Börse vor. Funding Circle beabsichtigt, ein Viertel des Unternehmens zu verkaufen. 300 Millionen Pfund (335 Millionen Euro) soll dabei eine Kapitalerhöhung einbringen. Im Anschluss soll der Unternehmenswert rund zwei Milliarden Pfund betragen, so die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Unternehmensprecher.

          Auch Altaktionäre, darunter auch Mitarbeiter, wollen sich von Anteilsscheinen trennen. Allerdings hat die Beteiligungsholding Heartland A/S des dänischen Milliardärs Anders Holch Poulsen sich verpflichtet, 10 Prozent der Kapitalerhöhung zu erwerben. Bedingung ist, dass der Wert des Unternehmens vor dem Börsengang in London 1,65 Milliarden Pfund nicht übersteigt. Heartland ist auch am Online-Versandhändler Zalando beteiligt.

          Marktführer in einem überschaubaren Markt

          Funding Circle ist mittlerweile der führende Online-Marktplatz für Kredite für kleine Unternehmen in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, aber auch in Deutschland und den Niederlanden. In Deutschland laufen zwischen zwei Dritteln und 90 Prozent des Volumens sowie mehr als 90 Prozent der Projekte des von Privatanlegeren finanzierten Crowdlendings über Funding Circle. Allerdings ist dieser Markt hierzulande nicht groß: Seit 2014 wurden im Crowdlending rund 87 Millionen Euro an Unternehmen ausgereicht.

          Dieses Geschäft macht bei Funding Circle in den vier Ländern, in denen die Plattform aktiv ist, allerdings nur 31 Prozent aus. 51 Prozent sind direkte Kredit institutioneller Investoren, 13 Prozent kommen von einem an der Londoner Börse gelisteten Fonds mit einem Volumen von mehr als 300 Millionen Pfund, 5 Prozent von Organisationen. 

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Insgesamt hat Funding Circle nach eigenen Angaben seit seiner Gründung im Jahr 2010 fünf Milliarden Pfund an Unternehmenskrediten ausgereicht. Derzeit verwalte man ein Kreditportfolio von mehr als 2,5 Milliarden Pfund.

          Funding Circle sieht für sich großes Wachstumspotential. Derzeit habe man in Großbritannien einen Anteil von 1,9 Prozent am Markt für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen. In den vier Ländern insgesamt seien es sogar nur 0,5 Prozent.

          Dicke rote Zahlen

          Im vergangenen Jahr nahm das Unternehmen knapp 95 Millionen Pfund ein und machte damit operativ einen Verlust von knapp 37 Millionen Pfund. Im ersten Halbjahr war die Verlustsituation bei einem Umsatz von 63 Millionen Pfund ähnlich.Unter dem Strich betrug der Verlust 2017 35,3 Millionen Pfund.

          Das Unternehmen hat keine nenneswerten Schulden, sondern ist zu 83 Prozent eigenkapitalfinanziert. Die Finanzierungsrunden 2017 brachten knapp 82 Millionen Pfund an Mitteln ein. Im ersten Halbjahr flossen 24 Millionen Pfund ab.

          „Die heutige Ankündigung ist der Beginn der nächsten Etappe unserer aufregenden und transformierenden Reise“, sagte Unternehmenschef Samir Desai. In den vergangenen acht Jahren habe Funding Circle hart daran gearbeitet, eine Plattform zu schaffen, die in jedem Markt, in dem das Unternehmen tätig sei, die Nummer eins sei. Den Börsengang sollen Bank of America Merrill Lynch, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Numis Securities begleiten.

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