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Konjunktursorgen belasten : Ölpreis fällt in zehn Tagen um 10 Dollar

Die Ölpreise sinken wieder, Nordseeöl notiert nur noch knapp über 60 Dollar. Bild: dpa

Die Sorgen um eine weltweite Konjunkturabkühlung erreichen den Ölmarkt und bremsen die Nachfrage nach dem Energieträger deutlich aus. Analysten warnen vor den Folgen.

          Der Ölpreis hat seine auffällige Abwärtsbewegung auch am Dienstag fortgesetzt. Rohöl der Nordseesorte Brent kostete zeitweise nur noch 60,21 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Seit Mitte April ist der Ölpreis damit um fast 20 Prozent eingebrochen. Allein in den vergangenen zehn Tagen ist der Brent-Preis von mehr als 70 auf gut 60 Dollar zurückgegangen. Der Preis der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank im selben Zeitraum von rund 59 auf weniger als 53 Dollar je Barrel. Ursache sind Analysten zufolge vor allem Konjunktursorgen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die möglichen Auswirkungen des verschärften Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China auf die Weltkonjunktur und damit die globale Nachfrage nach Öl beschäftigen die Investoren an den Ölmärkten derzeit offenbar sehr. Dagegen kommt anscheinend die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) mit ihren Bemühungen, durch eine Öl-Förderkürzung den Preis hochzutreiben, nicht an.

          Auch die Folgen der verschärften amerikanischen Sanktionen gegen Iran, die tendenziell preistreibend für Öl wirken, scheinen weniger im Blick der Investoren zu stehen, wie Giovanni Staunovo schreibt, Ölanalyst der Bank UBS. Der Preis für Heizöl in Deutschland erreichte ebenso mit knapp 64 Euro je 100 Liter je nach Region den tiefsten Stand seit Januar oder Februar. Das Internetportal Heizoel24 berichtet, manche Haushalte kauften deshalb gerade jetzt an den warmen Tagen vorsorglich Heizöl für den Winter.

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          Bleibt der Ölpreis so niedrig, könnte sich das auch auf Inflation und Konjunktur auswirken, meint Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank: „Wenn der Ölpreis zuletzt nicht deutlich gefallen wäre, würde die Inflation im Euroraum im Juni im Bereich von 1,3 Prozent liegen“, sagte Krämer.“ Schwankt er dagegen weiter um nur 60 Dollar, erwarten wir eine Inflation von 1,0 Prozent – der Rückgang des Ölpreises dürfte die Inflation also um 0,3 Prozentpunkte drücken.“

          Für sich genommen sei ist ein Rückgang des Ölpreises gut für die Konjunktur. Allerdings ist Öl vor allem deshalb billiger geworden, weil sich die Akteure an den Rohstoffmärkten um den eskalierenden Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China sorgen. Sie befürchten, dass er die Konjunktur und somit die Nachfrage nach Öl dämpft. In der Summe ist der Ölpreis-Rückgang also ein Warnsignal für die Konjunktur. Die Volkswirte dürften ihre Wachstumsprognosen in nächster Zeit weiter senken."

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