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Deutsches Finanzsystem : Das größte Risiko

Tanken bleibt weiter teuer. Bild: dpa

Stabil oder nicht stabil, das ist alljährlich die Frage im Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank. Die Antwort dieses Jahr ist umfangreich.

          Stabil oder nicht stabil, das ist alljährlich die Frage im Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank. Ja, das deutsche Finanzsystem ist im Großen und Ganzen recht stabil, so lautet die Antwort. Es gibt keinen Grund für übertriebene Ängste. Die Banken haben – den internationalen Vorgaben folgend – höhere Eigenkapitalpuffer zur Abfederung von Verlusten aufgebaut. Aber es bleiben große Unwägbarkeiten. Nach einer sehr langen Phase sehr niedriger Zinsen stauen sich Risiken auf.

          Banken und Anlegern drohen Verluste, wenn die Versorgung mit billigem Geld durch die Europäische Zentralbank einmal zurückgefahren wird. Die Zinswende ist notwendig und kann glimpflich ausgehen, wenn es ein schrittweiser Ausstieg ist. Sie kann aber auch Verwerfungen mit sich bringen, wenn der Entzug billigen Geldes zu spät beginnt und die Zinsen dann abrupt steigen. Die Bundesbank verfolgt mit Sorge, dass die Mehrheit im EZB-Rat nur einen ultralangsamen Ausstieg aus der Welt des billigen Geldes möchte. Wenn die Konjunktur stärker abkühlt, könnte die EZB vor der Zinswende zurückschrecken. Aber irgendwann wird es zu spät sein. Das ist das größte Risiko für die Finanzstabilität.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

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