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Mini-Bots : Ein Gespenst aus Rom

Schon jetzt verstößt die italienische Regierung gegen die Schuldenregeln. Die EU-Kommission versucht gegenzusteuern. Bild: dpa

Wagt der italienische Lega-Chef Salvini wirklich die Konfrontation mit der EZB? Die sitzt im Zweifel am längeren Hebel und kann den sogenannten Mini-Bots den Garaus machen.

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          Ein Gespenst geht um in Europa und Italien mit einem scheinbar niedlichen Namen: Mini-Bots. Gemeint sind nicht irgendwelche winzigen Roboter, sondern klein gestückelte Schuldverschreibungen des Staats. Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit heißen in Italien „Bot“. Nun wollen Regierungspolitiker Mini-Bots einsetzen, um Lieferantenschulden der öffentlichen Hand zu begleichen, die sich in Italien in Milliardenhöhe aufsummieren.

          Euro-Kritiker aus den Reihen der Lega sehen Mini-Bots auch als Vorstufe einer Parallelwährung, mit der Italien eine Alternative zum Euro schaffen könnte. Die EZB-Spitze hat scharf reagiert: Sollten die Mini-Bots als Geldersatz genutzt werden, wäre das illegal, ließ EZB-Chef Mario Draghi seine italienischen Landsleute wissen. Dennoch verfolgen Regierungspolitiker der Lega das Thema weiter.

          Die Frage ist, ob Matteo Salvini, Vizepremier und Chef der Lega, der vor allem wegen seiner harten Politik gegen illegale Immigration bei der EU-Wahl großer Sieger wurde, wirklich die Konfrontation mit der EZB wagt. Die sitzt im Zweifel am längeren Hebel und kann den Mini-Bots den Garaus machen, wenn sie Banken die Annahme untersagt.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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