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Nachhaltige Kapitalanlagen : DZ Bank begibt grüne Anleihe

Windkraftanlagen gelten als nachhaltig. Kredite für solche Projekte finanziert die DZ Bank nun über eine grüne Anleihe. Bild: dpa

Das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken will seine Windkraftkredite finanzieren. Eine innovative Struktur dient attraktiven Konditionen.

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          Nach zwei Jahren begibt die DZ Bank, Deutschlands zweitgrößte Geschäftsbank und Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, wieder eine dem Klima- und Umweltschutz dienende Anleihe. Wie Kapitalmarktvorstand Wolfgang Köhler im Gespräch mit der F.A.Z. sagte, soll der zweite Green Bond für Investoren attraktiv sein. „Unser Ziel ist eine Rendite von knapp über null Prozent.“ Dazu sei die Laufzeit gegenüber dem ersten Green Bond von fünf auf sieben Jahre ausgeweitet und eine „Senior-non-preferred“-Struktur gewählt worden, für die Investoren einen Risikoaufschlag erwarten.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Köhler spricht von einer innovativen Struktur. „Senior non-preferred bonds“ sind bei Banken im Insolvenzfall verlustabsorbierend, also „bail-in“-fähig. Damit stärken die Banken aufsichtsrechtliche Quoten (TLAC oder MREL), die sich auf die Verlustabdeckung im Insolvenzfall beziehen. Die DZ Bank verknüpft als erstes deutsches Institut eine solche Anleihe mit nachhaltigen Zielen. „Wir sprechen mit der grünen Anleihe im Volumen von 250 Millionen Euro nicht nur Volks- und Raiffeisenbanken an“, betont Köhler.

          Zur genossenschaftlichen Gruppe gehörten auch Kirchenbanken, die auf nachhaltige Anlagen großen Wert legten und schon den ersten Green Bond gezeichnet hätten. „Darüber hinaus wollen wir auch nachhaltige Investoren bedienen. Damit meine ich institutionelle Adressen außerhalb der Gruppe, insbesondere Zentralbanken und Vermögensverwalter.“

          Transparentes Portfolio

          Nach den Worten Köhlers achtet die DZ Bank auf ein sehr transparentes Portfolio, das nicht den geringsten Verdacht der Verwässerung mit Projekten aufkommen lasse, an deren Nachhaltigkeit Zweifel zu erwarten seien. Das zu finanzierende Kreditportfolio stammt aus dem Bereich erneuerbare Energien und enthält hauptsächlich Windkraftprojekte. Anders als bei der ersten grünen Anleihe nimmt die DZ Bank nun auch Projekte aus dem Ausland, vor allem aus den Vereinigten Staaten und Kanada, auf. Angesichts eines Kreditbestands im Bereich erneuerbare Energien von über 5 Milliarden Euro will die DZ Bank in Zukunft regelmäßig nachhaltige Anleihen begeben. „Ziel ist eine stetige Präsenz mit mindestens einer Emission im Jahr“, sagt Köhler.

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