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Keine Zinserhöhungen : Federal Reserve tritt auf die Bremse

Weniger Zinserhöhungen im nächsten Jahr: Jerome Powell, der Präsident der Fed legt eine Pause ein. Bild: Reuters

Banker der amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) sehen momentan keinen Zwang zu weiteren Zinserhöhungen. Präsident Powell warnt vor den Folgen der Haushaltssperre.

          Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) will sich in diesem Jahr längere Pausen auf ihrem Kurs zur geldpolitischen Normalisierung erlauben und die Leitzinsen weniger häufig anheben als bisher prognostiziert. Diese Deutung erlauben sowohl das jetzt veröffentlichte Sitzungs-Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung im Dezember als auch die Reden von Zentralbankern. Die Finanzmärkte reagierten mit Kursgewinnen. Amerikanische Aktien erlebten ein eindrucksvolles Comeback, das offenbar zusätzlich durch starke Konjunkturdaten und die Hoffnung gespeist wurde, der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt könnte sich entspannen. Der Dow-Jones-Index legte seit Weihnachten um mehr als 9 Prozent zu. Das Fed-Protokoll offenbart, dass die Zentralbanker schon vor der Zinsentscheidung im Dezember vorsichtiger geworden waren vor dem Hintergrund wachsender konjunktureller Risiken, etwa der Handelskonflikte. Sie votierten dann trotzdem einmütig dafür, im Dezember die Leitzinsen in die Bandbreite zwischen 2,25 und 2,5 Prozent zu hieven.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Das lässt die Spekulation zu, dass die in öffentlichen Attacken verpackten Warnungen des Präsidenten Donald Trump vor Leitzinserhöhungen kontraproduktiv waren. Mit dieser Anhebung allerdings ist, so die Einschätzung, der Leitzins beim langfristig neutralen Zins angelangt, der die Wirtschaft weder stimuliert noch dämpft. Wachsende Sorgen über die Konjunktur der Weltwirtschaft und die starken Schwankungen an den Finanzmärkten machten es unklar, wann und in welchem Ausmaß eine weitere Straffung der Geldpolitik angemessen sei. Am Donnerstag Abend warnte Fed-Chef Jerome Powell zudem vor erheblichem Schaden für die amerikanische Wirtschaft, sollte sich die Haushaltssperre noch lange hinziehen.

          Mehrere Teilnehmer der Fed-Sitzung sagten dem Protokoll zufolge, dass sich die Fed eine Pause gönnen könne, zumal keine Anzeichen für steigenden Inflationsdruck vorlägen. Powell hob vergangenen Freitag hervor, dass die Finanzmärkte den konjunkturellen Risiken in der Weltwirtschaft ein größeres Gewicht gäben als die Fed: In den ökonomischen Kennziffern hätten sie sich noch nicht niedergeschlagen. Doch er sagte auch, dass die Fed bereit sei, die Geldpolitik schnell und flexibel anzupassen und alle Instrumente zu nutzen, um die Volkswirtschaft zu stützen. Ähnliche Aussagen trafen weitere Notenbanker, die in der Vergangenheit noch vier Leitzinssenkungen für 2019 prognostiziert hatten. Die Fed könne warten, bis das Bild klarer werde, sagte Eric Rosengren, Fed-Chef in Boston. Es gebe keine Voreinstellung, weder die Leitzinsen weiter anzuheben, noch sie zu senken. Chicagos Fed-Chef Charles Evans sagte, die schwache Inflation erlaube es der Fed, geduldig zu bleiben und zu warten. James Bullard, Fed-Chef in St. Louis, warnte, die Fed drohe zu weit zu gehen mit weiteren Zinsanhebungen. Alle drei genannten regionalen Zentralbanker sind in diesem Jahr stimmberechtigt bei den geldpolitischen Entscheidungen der Fed.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) plagen größere Sorgen um die Konjunktur. Auf ihrer Sitzung im Dezember wiesen viele Währungshüter auf zunehmende Gefahren für die Entwicklung im Euroraum hin. Die Lage wurde darin als „fragil und im Fluss“ beschrieben.

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