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Aktie unter Druck : Kein Testat für Wirecard-Tochter in Singapur

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Das Wirecard-Logo im Tagungsgebäude der Wirecard-Hauptversammlung 2019 Bild: dpa

Der wegen seiner Bilanzierungspraktiken in der Kritik stehende Zahlungsdienstleister muss sich gegen weitere negative Nachrichten verteidigen. Die Bilanz der Singapur-Tochter bereitet Probleme, der Aktienkurs reagiert sofort.

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          Die Singapur-Tochter des Zahlungsdienstleisters Wirecard hat kein Testat für die Jahresbilanz 2017 erhalten. Aufgrund der Einschränkungen durch Ermittlungen in Singapur seien Dokumente teilweise nicht zugänglich gewesen, erklärte Wirecard am Mittwoch. Daher habe sich der lokale Prüfer auf Basis des geltenden lokalen Rechnungslegungsstandards kein abschließendes Prüfungsurteil bilden können. „Der lokale Abschluss wurde jedoch im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich geprüft“, erklärte der Dax-Konzern. Die Wirecard-Aktie fiel im Frankfurter Frühhandel um gut zwei Prozent.

          Zuvor hatte das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Dokumente im Register der singapurischen Finanzaufsicht Acra berichtet, dass die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) das Testat für die Richtigkeit der Jahresbilanz 2017 verweigert hätten. „Wir können weder die Angemessenheit, Vollständigkeit und Richtigkeit des Jahresabschlusses feststellen, noch können wir den Umfang möglicher Anpassungen abschätzen, die in Bezug auf den Jahresabschluss der Gesellschaft erforderlich sein könnten“, zitierte die Zeitung aus einem Dokument.

          Wirecard erklärte, für die Prüfung des Konzernabschlusses nach IFRS seien diese Einschränkungen nicht relevant gewesen. „Die von Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerke zu den Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 bleiben daher davon unberührt.“ Sämtliche Veröffentlichungspflichten seien ordnungsgemäß eingehalten worden. „Der lokale Abschluss für das Geschäftsjahr 2018 ist kurz vor Fertigstellung.“

          WIRECARD

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          Der Aktienkurs von Wirecard ist am Mittwoch bereits im vorbörslichen Aktienhandel unter Druck geraten. Beim Broker Lang & Schwarz sackten die Papiere des Zahlungsdienstleisters um 8,5 Prozent auf 110,90 Euro ab im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag. Im frühen Xetra-Handel weist das Papier einen Abschlag von knapp 7 Prozent bei einem Kurs von 112,75 Euro auf. Die Tochter in Singapur sei eine kleine Einheit und die mit ihrer Bilanzierung erhobenen Vorwürfe seien altbekannt, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion. Der Bericht könne jedoch erneut Bedenken um die Transparenz des Unternehmens aufkommen lassen.

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