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Kapitalmärkte : Man setzt auf Erholung

Schönwetter an der Börse Bild: Wolfgang Eilmes

Der deutsche Aktienmarkt eröffnet am Donnerstag abermals gut behauptet. Nervös machen etwas die zunehmenden amerikanisch-chinesischen Spannungen - aber nur etwas.

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          Nach langem Schwanken zwischen Hoffen und Bangen scheint sich die Börse entschieden zu haben: Die Corona-Krise ist vorbei und es geht wieder aufwärts. Und dabei lassen wir uns von nichts und niemandem stören!

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Jedenfalls startete der Aktienmarkt auch am Donnerstag wieder positiv in den Handel und legt 0,5 Prozent zu auf zuletzt 11.706 Punkte. Bleibt es bis zum Handelsschluss dabei, wäre das das erste Mal seit dem Markteinbruch, dass der Dax in einer Woche vier Tage hintereinander zulegt. Und damit wäre nunmehr Zeit, sich mit den 12.000 Punkten zu beschäftigen.

          Allzumal der Dax am Vortag die Rally an der Wall Street verpasst hatte. Lag der marktbreite S&P-500-Index zum Handelsschluss in Deutschland noch leicht im Minus, so schloss er am Ende doch 1,5 Prozent höher bei 3036 Punkten und damit deutlich über der Marke von 3000 Punkten. Gerade in der wichtigen letzten Handelsstunde legte der Index noch einmal deutlich zu. Auch der Terminhandel indiziert für Donnerstag abermals leichte Aufschläge.

          DAX ®

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          Indes war der Start nun doch etwas zurückhaltender als es im Vorfeld ausgesehen hatte, als die 11.800 Punkte schon überwunden schienen. Dass Amerikas Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch mitteilte, man betrachte die Voraussetzungen für Hongkongs besonderen Handelsstatus als nicht mehr gegeben, was einen Entzug dieses Status praktisch ankündigt, wurde wohl als asiatische Angelegenheit abgetan – oder zumindest als weniger bedeutsam gegenüber dem Erholungspotential - die Coronakrise als Episode.

          Aber vielleicht wartet der deutsche Markt ja nur auf ein wenig mehr Unterstützung. In Asien hatten sich die Anleger ja schließlich auch überlegt, dass das mit Hongkong ja noch gar nicht entschieden sei. Und so schloss nicht nur der japanische Nikkei-Index mehr als 2 Prozent höher mit 21.916 Punkten. Vielmehr kam auch der chinesische CSI-300 am Ende aus dem Minus heraus und stieß in gut behauptetes Terrain vor. Selbst der Hang-Seng-Index in Hongkong machte wieder Boden gut und verringerte seine Verluste auf weniger als 1 Prozent. Auch hier zeigt sich: Als wirklich schlimm sieht man es nicht an. Was den Hang-Seng stützt, sind allerdings massive Käufe aus der Volksrepublik, die immer dann zunehmen, wenn der Index fällt oder wenn wichtige politische Ereignisse anstehen.

          Selbst der Yuan, der auf dem unregulierten Offshore-Markt vorübergehend auf ein Zwölf-Jahres-Tief abgewertet hatte erholte sich am Morgen wieder und pendelte sich wieder bei etwas mehr als 7,17 Yuan für den Dollar ein. Die chinesische Nationalbank hatte ihren Referenzkurs bei 7,1277 Yuan festgelegt. Erwartet worden war eine deutlichere Schwächung des Yuan. Schon am Vortag war das Fixing fester gewesen als erwartet. Dies wird als Zeichen gesehen, dass die Zentralbank den Yuan nicht stark abwerten lassen und den Kurs als Waffe im Konflikt mit den Vereinigten Staaten einsetzen will.

          WTI

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          Deutlich unter Druck steht dagegen der Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet aktuell knapp 34 Dollar und damit 2 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI fällt um 3 Prozent auf weniger als 32 Dollar. Am Markt wird spekuliert, dass an diesem Donnerstag zum ersten Mal seit drei Wochen wieder ein Anstieg der Rohöllagerbestände gemeldet werden könnte. Es wird sogar der größte wöchentliche Anstieg in diesem Jahr für möglich gehalten. Auslöser der Spekulationen sind neue Daten des Branchenverbands American Petroleum Institute (API).

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