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Konzern entlastet : Aktienkurs von Wirecard steigt um 30 Prozent

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Wirecard hat eine erhebliche Berg- und Talfahrt an der Börse hinter sich. Bild: dpa

Nach dem Ergebnis der externen Prüfung enthalten die Jahresabschlüsse des Zahlungsabwicklers Wirecard keine wesentlichen Fehler. Für die Anleger Grund genug, massiv einzukaufen.

          Der Zahlungsdienstleister Wirecard sieht sich nach einer Untersuchung wegen Korruptionsvorwürfen weitgehend entlastet. Die Prüfung durch die Kanzlei Rajah & Tann aus Singapur habe zu keinen Feststellungen zum sogenannten Round-Tripping oder Korruption geführt, teilte der Dax-Konzern an diesem Dienstag in Aschheim bei München mit.

          Auch hätten sich daraus keine Erkenntnisse über eine strafrechtliche Verantwortung der deutschen Konzernzentrale ergeben. Einzelne Angestellte in Singapur hätten sich jedoch möglicherweise nach lokalem Recht strafbar gemacht.

          In der Zeitung „Financial Times“ waren zuvor über Wochen hinweg Berichte erschienen, in denen einem Wirecard-Mitarbeiter Kontomanipulationen und Dokumentfälschungen vorgeworfen wurden. Dabei ging es um angebliche Scheinumsätze mit verschobenen Mitteln – das sogenannte Round-Tripping.

          Wirecard war deswegen an der Börse heftig unter Beschuss geraten. Nach der Nachricht am Dienstag stieg der Aktienkurs um bis zu 30 Prozent, Anteilsscheine an dem Unternehmen kosteten derzeit rund 125 Euro.

          WIRECARD

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          Der Mitteilung zufolge fanden die Prüfer in den Jahresabschlüssen von Wirecard keine wesentlichen Fehler. Im Jahr 2017 sei ein Umsatz von 2,5 Millionen Euro fälschlicherweise verbucht worden, was mit dem Jahresabschluss 2018 korrigiert werden soll. Wirecard hatte 2017 einen Umsatz von 1,49 Milliarden Euro verbucht.

          Im Jahr 2018 sei nur eine Woche lang ein Vermögensgegenstand im Wert von 3 Millionen Euro fälschlicherweise bilanziert worden. Die Bilanzsumme von Wirecard betrug zuletzt 5,2 Milliarden Euro.

          Im Namen der Gesellschaft seien zwar mehrere Vertragsentwürfe vorbereitet und unterschrieben worden, denen möglicherweise keine Geschäftsvorgänge zugrunde lagen, hieß es. Allerdings seien die Verträge nicht abgeschlossen worden. Nur einer dieser Entwürfe habe sich überhaupt in Buchungen niedergeschlagen. Dabei ging es den Angaben zufolge um etwa 63.000 Euro, erklärte Wirecard.

          Die Privatbank Hauck & Aufhäuser, die ihr Kursziel bei 220 Euro belassen hatte, sieht sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass der für die Vorwürfe verantwortliche Artikel der „Financial Times“ übertrieben gewesen sei. Die gesamte Untersuchung des Artikelautors, der dem Unternehmen gegenüber seit Jahren negativ eingestellt sei, entbehre jeglicher grundlegenden Basis. Der dadurch verursachte Kursrückgang der Aktie biete fundamental orientierten Investoren deshalb einmal mehr eine gute Kaufgelegenheit.

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