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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Kann Heizöl noch teurer werden?

42,5 Prozent teurer als letztes Jahr: Heizöl Bild: dpa

42,5 Prozent Preissprung in einem Jahr – viele Heizölkäufer müssen schlucken. Doch es gibt Grund zu Optimismus. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

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          Wer derzeit Heizöl tankt, muss dafür 42,5 Prozent mehr zahlen als vor einem Jahr. Diese Zahl sticht im monatlichen Preisbericht des Statistischen Bundesamtes heraus. Da eine Lieferung oft wenigstens 1000 Liter, meist aber 3000 oder gar 10.000 Liter beträgt, geht es hier nicht um wenig Geld. Im 10.000-Liter-Beispiel sind nun statt 5000 Euro 7100 Euro fällig. 2100 Euro, die auf dem Konto fehlen und schmerzen.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch die fast bangere Frage mancher Heizölabhängigen ist, ob der Preisaufschwung jemals endet. Waren nach Angaben des Energie Informationsdienstes EID im Schnitt von 15 deutschen Städten im November noch 43 Euro je 100 Liter Heizöl zu zahlen, sind es nun schon mehr als 75 Euro. Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Es kann noch teurer werden. Preise von mehr als 90 Euro je 100 Liter hat es immer wieder gegeben.

          Und nun die gute: Es wird nicht unendlich teurer. Dazu lohnt ein Blick auf die Preishistorie. In den vergangenen 15 Jahren schwankte der Heizölpreis stark, zwischen 40 und 100 Euro je 100 Liter. Die Tiefs waren meist von kurzer Dauer. Und die Hochs auch. Dazwischen gab es viele Phasen mit Preisen in den 50er-, 60er- und 70er-Euro-Regionen. 69,50 Euro waren es im Schnitt.

          Dahinter steckt eine relativ einfache Funktionsweise des Ölmarkts. Er wird noch immer vom OPEC-Kartell beeinflusst, das an einem auskömmlichen Preis für die Ölländer interessiert ist. Zu hohe Preise riskieren, dass die Suche nach Ölalternativen zu stark forciert wird, was den Ländern die Geschäftsgrundlage entzieht. Zu niedrige Preise sind nicht auskömmlich für die Staatshaushalte der Ölländer. Je nach Preis begrenzen sie also das Ölangebot oder weiten es aus. Gerade haben sie intensiv um eine Ausweitung gerungen und sie am Sonntag beschlossen. Die Umsetzung geht aber nicht von heute auf morgen. Wer allerdings ein paar Monate Geduld mitbringt, wird auch wieder niedrigere Ölpreise bekommen.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Bitte an Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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