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Aktienkurs bricht ein : Jungheinrich nach gesenkter Prognose unter Druck

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Routenzugsystemlösungen von Jungheinrich: Die Investitionstätigkeit der Kunden geht deutlich zurück. Bild: obs

Wieder muss ein Industrieunternehmen seine Gewinnprognose kappen: Der Gabelsstapler-Hersteller Jungheinrich hat die Erwartungen für das laufende Jahr reduziert, der Aktienkurs fällt auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren.

          Der Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik wird wegen der Zurückhaltung seiner Kunden für das Gesamtjahr vorsichtiger. „Ursächlich hierfür sind die sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die damit verbundene aktuelle Marktentwicklung für Flurförderzeuge“, begründete das Management um Vorstandschef Hans-Georg Frey den Schritt in einer Mitteilung vom Montagabend.

          Die Aktien der Hamburger gerieten daraufhin am Dienstag deutlich unter Druck. Der Kurs fiel bis auf 21 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2016. Zuletzt notierten die Papiere noch 8,77 Prozent im Minus bei 21,64 Euro. Auch die Anteilsscheine des Konkurrenten Kion sackten ab.

          Laut Jungheinrich hat sich die weltweite Nachfrage bis Ende Juni insgesamt um 5 Prozent abgeschwächt. In Europa, dem Kernmarkt des Unternehmens sei der Markt um 7 Prozent geschrumpft. Im Juni lag der Rückgang hier demnach sogar bei 16 Prozent. Der Vorstand erwartet „mangels positiver Konjunktur- und Marktsignale“, dass sich dieser Trend auf Jahressicht fortsetzt.

          So erwartet der S-Dax-Konzern für das laufende Jahr nur noch einen Betriebsgewinn (Ebit) von 240 bis 260 Millionen Euro. Vorher hatte es noch 275 bis 295 Millionen Euro angepeilt. Beim Auftragseingang rechnet Jungheinrich jetzt nur noch mit 3,8 bis 4,05 Milliarden Euro, nachdem das Management bisher noch 4,05 bis 4,20 Milliarden Euro erwartet hatte. Beim Umsatz peilt der Vorstand indes wie bisher 3,85 bis 4,05 Milliarden Euro an.

          JUNGHEINRICH

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          Den Analysten Omid Vaziri von Investmenthaus Jefferies überrascht die Kürzung der Prognose an sich nicht, das Ausmaß aber schon. Sie impliziere, dass es im zweiten Halbjahr in Europa keine Erholung geben werde, schrieb der Experte am Morgen. Dank des starken Auftragsbestands sollte das Unternehmen das beibehaltene Umsatzziel aber erreichen. Die Aussagen von Jungheinrich ließen auch negative Rückschlüsse auf die anstehenden Quartalszahlen von Konkurrent Kion zu, so der Analyst.

          Auch die Commerzbank hat Jungheinrich nach der Gewinnwarnung von „Buy" auf „Hold" abgestuft und das Kursziel von 35 auf 26 Euro gesenkt. Analyst Sebastian Growe
          rechnet in einer am Dienstag vorliegenden Studie kurzfristig kaum mit Besserung der Lage. Die Aktien des Staplerherstellers seien auch nach dem Kursrutsch nicht wirklich attraktiv.

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