https://www.faz.net/-gv6-9fe0n

Beginn der Quartalssaison : Amerikas Banken sahnen ab

  • Aktualisiert am

Der Gewinn der amerikanischen Großbank kennt aktuell nur eine Richtung: nach oben. Bild: dpa

Mit JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo legen gleich drei amerikanische Großbanken ihre Zahlen vor. Das Ergebnis fällt bei allen besser aus als erwartet, das freut die Anleger.

          Die Quartalssaison der amerikanischen Großbanken ist mit einem überraschend guten Ergebnis gestartet. Der Gewinn von JP Morgan ist im dritten Quartal um ein Viertel auf 8,4 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 7,25 Milliarden Euro) in die Höhe geschnellt, wie die Bank am Freitag in New York mitteilte.

          Verantwortlich dafür sind unter anderem die höheren Zinsen und die amerikanische Steuerreform, durch die die Körperschaftssteuer zu Jahresbeginn um 14 Prozentpunkte auf 21 Prozent gesunken ist. Zudem sanken bei JP Morgan die Rückstellungen für faule Kredite innerhalb des vergangenen Jahres um 35 Prozent. Die Erträge legten um sieben Prozent auf 27,3 Milliarden Dollar zu.

          „Die amerikanische Wirtschaft und die Weltwirtschaft sind weiterhin stark, trotz zunehmender wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten“, sagte Bankchef Jamie Dimon. JP Morgan habe bei Privatkunden so viel Geld eingesammelt wie noch nie. Die Aktie legte vorbörslich 1,3 Prozent zu.

          Die Erwartungen hatten laut dem amerikanischen Fernsehsender CNBC nur bei einem Gewinn von 2,25 Dollar je Aktie gelegen. Tatsächlich lag der Gewinn des Unternehmens aber 2,34 Dollar je Aktie.

          Well Fargo steigern Gewinn um 32 Prozent

          In den ersten neun Monaten verdiente JP Morgan damit ingesamt schon 25,4 Milliarden Dollar und ist damit auf bestem Weg zu einem Rekordergebnis im laufenden Jahr. Von Bloomberg befragte Experten rechnen im Schnitt aktuell mit einem Gewinn von ungefähr 31 Milliarden Dollar (26,8 Milliarden Euro). Damit würde JP Morgan in einem Jahr mehr verdienen, als die Deutsche Bank derzeit an der Börse wert ist.

          Derweil erhöhte Wells Fargo aus San Fransisco ihren Gewinn im Sommerquartal dank Kostensenkungen und niedrigerer Steuern kräftig. Verglichen mit dem Vorjahreswert kletterte der Überschuss in den drei Monaten bis Ende September um rund ein Drittel auf 6,0 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro), wie das Geldhaus am Freitag in San Francisco mitteilte. Die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - stiegen indes nur leicht auf 21,9 Milliarden Dollar.

          Der höhere Gewinn war vor allem der Steuerreform der Trump-Regierung, die die Unternehmenssteuern stark gesenkt hatte, und geringeren Ausgaben geschuldet. Derweil machen die höheren Zinsen in den Vereinigten Staaten das Geldverleihen für Banken zwar einträglicher, wirken aber abschreckend auf Kreditnehmer, was Wells Fargo insbesondere bei Hypothekendarlehen spürte. Die Bank kämpft nach Skandalen wegen fingierter Konten und anderer dubioser Vertriebspraktiken zudem weiter mit Image-Problemen.

          Citigroup-Aktien nach positiven Zahlen 2 Prozent im Plus

          Auch die amerikanische Bank Citigroup konnte den Gewinn im dritten Quartal durch niedrigere Steuern und höhere Zinsen kräftig steigern. Der Überschuss legte im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar (4,0 Milliarden Euro) zu, wie das Geldhaus am Freitag in New York mitteilte. Das Ergebnis fiel höher aus als am Markt erwartet, die Aktie stieg vorbörslich zunächst um rund 2 Prozent.

          Die Bank profitierte wie schon in den Vorquartalen stark von niedrigeren Abgaben an den Fiskus - die effektive Steuerquote ging von 31 auf 24 Prozent zurück. Die Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hatte die Unternehmenssteuern zu Jahresbeginn massiv gesenkt. Zudem kamen geringere Ausgaben und die gestiegenen Zinsen in den Vereinigten Staaten, durch die die Kreditvergabe einträglicher wird, der Bilanz zugute.

          Insgesamt stagnierten die Einnahmen der Citigroup - die sogenannten Erträge - allerdings bei 18,4 Milliarden Dollar. Vorstandschef Michael Corbat machte dafür jedoch vor allem den Verkauf von Geschäftsteilen verantwortlich. Auf bereinigter Basis habe es einen Zuwachs um 4 Prozent gegeben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump : Ein heraufziehender Sturm

          Donald Trump gerät erstmals ins Visier einer amerikanischen Bundesanwaltschaft. Der Präsident bereitet sich auf den Wahlkampf 2020 vor und entlässt auch deshalb wieder einen sogenannten Erwachsenen in der Regierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.