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Italienkrise : Jetzt geht es an die Banken

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Bild: AFP

Die Italienkrise bringt die europäischen Bankaktien unter heftigen Druck. Die Aktie der Deutschen Bank kostet nicht mal mehr zehn Euro.

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          Die ungewisse politische Situation in Italien hat Europas Börsen im Handelsverlauf am Dienstag noch tiefer in die Verlustzone gedrückt. Besonders die Aktien der Versicherer und Banken stehen unter Druck. Der Stoxx-600-Subindex verliert 2,7 Prozent. Hier stechen die italienischen Bankwerte mit kräftigen Abgaben hervor; der italienische FTSE-Bankenindex sackte um 4,4 Prozent ab.

          Intesa Sanpaolo verlieren mehr als 5 Prozent, Unicredit rund 4 Prozent, auch die Kurse vieler anderer Bankaktien geben etwa in dieser Höhe nach, darunter auch die der Deutschen Bank und der Commerzbank.

          Der Aktienkurs der Deutschen Bank fiel am Dienstag erstmals seit Oktober 2016 wieder unter die Marke von 10 Euro. Die Commerzbank gilt bei Analysten als einer der größten Profiteure steigender Zinsen in Europa - und könnte mithin von einer Verlängerung der ultralockeren Geldpolitik der EZB belastet werden.

          UNICREDIT

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          Die italienischen Banken stehen näher am Kern der jüngsten Krise als der Staatshaushalt selbst. Italiens Fiskus hat langlaufende Kredite zu günstigen Zinsen. Wenn allerdings die Kurse der italienischen Staatsanleihen fallen, würde das die Banken des Landes hart treffen.

          „Italienische Bankenaktien haben im vergangenen Monat rund 15 Prozent wegen der politischen Unsicherheiten in dem Land verloren“, schrieb Analyst Azzurra Guelfi von der Citigroup. Am Markt sei man skeptisch, ob dem Finanzexperten Carlo Cottarelli überhaupt die Bildung einer Regierung gelingt. Die politische Ungewissheit könne auf die Konjunktur durchschlagen. Italiens Banken hätten zuletzt von einer wieder solideren Konjunktur profitiert, dies könne sich nun aber wieder ändern, so Guelfi.

          Hinzu kommt, dass angesichts der stark steigenden Renditen in der Peripherie der Eurozone die EZB Beobachtern zufolge die Normalisierung ihrer Geldpolitik hinauszögern könnte. Damit würde sich die Perspektive steigender Zinsen – von der die Geldhäuser operativ profitieren würden - ebenfalls zeitlich verschieben. „Das mindert den Anreiz, überhaupt Bankenaktien zu besitzen“, sagte Analyst Arnaud Girod von Kepler.

          DT. BANK

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          Die Aktien des italienischen Versicherers Generali strich Girod sogar von seiner Empfehlungsliste. Deren Kurs fällt um 3,45 Prozent. Das Risiko, dass Neuwahlen in dem Land zu einer Abstimmung über den Euro werden könnten, lasse Investoren generell von Anlagen in Italien Abstand nehmen, sagte Girod.

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