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Staatsanleihen : Wenig Lust auf Russland

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Der Rote Platz in Moskau: Die Staatsanleihen von Russland sind aktuell am Anleihemarkt nicht sehr begehrt. Bild: dpa

Das russische Finanzministerium hat am Mittwoch zum ersten Mal seit August eine langfristige Anleihe emittiert. Das magere Ergebnis sagt vieles über die Furcht der Investoren aus.

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          Das russische Finanzministerium hat am Mittwoch zum ersten Mal seit August eine langfristige Anleihe emittiert. Doch von den Schuldpapieren mit einer Laufzeit bis 2034 im Umfang von 10 Milliarden Rubel (130 Millionen Euro) wurde bei einer Rendite von 8,68 Prozent nicht einmal die Hälfte gezeichnet. Analysten interpretieren dieses Ergebnis damit, dass die Furcht der Investoren vor neuen amerikanischen Sanktionen noch nicht überwunden ist.

          Das Finanzministerium hatte seit den letzten Sanktionen im August für mehrere Wochen keine neuen Anleihen herausgegeben. Am 10. Oktober plazierte Russland erstmals wieder kurzfristige Bonds im Wert von 5 Milliarden Rubel erfolgreich am Markt. Und auch in der vergangenen Woche konnte das Land weitere Anleihen mit einer kurzen Laufzeit emittieren.

          Händler gehen davon aus, dass neben der Unsicherheit über neue amerikanische Sanktionen die diplomatische Krise zwischen Amerika und Saudi-Arabien in den letzten Tagen den Appetit der Investoren auf risikoreiche Anlagen gezügelt hatte. Zudem ist auch nicht klar, wie sich die Zinsen in Russland entwickeln. Ökonomen gehen zwar davon aus, dass die russische Notenbank diesen Freitag die Zinsen bei 7,5 Prozent belassen wird.

          Doch einige erwarten eine weitere Zinserhöhung während der letzten Sitzung des Jahres im Dezember. Am russischen Anleihemarkt bleibt es auch ohne Zinsspekulationen spannend. Die „Zerstörer“-Sanktionen, die auch russische Staatsschulden treffen könnten, sollen nach den Zwischenwahlen vom November ins amerikanische Parlament kommen. Nach den Enthüllungen über russische Spionagetätigkeiten in Europa dürften neue Sanktionen der Amerikaner noch nicht von der politischen Agenda verschwunden sein. Entscheidend für die Gemütslage der Politiker dürfte auch ein Treffen zwischen den Präsidenten Putin und Trump in Paris sein.

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