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Branche im Umbruch : Goldene Jahre der Vermögensverwalter gehen zu Ende

Der Wandel: Vermögensverwalter müssen sich neu orientieren. Bild: dpa

Die Zeit des hohen Zuwachs ist vorbei. Die Branche der Vermögensverwaltung befindet sich in einem tiefen Umbruch. Schnelles Handeln auf dem deutschen Markt ist gefragt.

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          Der deutsche Markt für Vermögensverwaltung befindet sich im Umbruch. Wie die Fachleute der Unternehmensberatung Bain in einer am Dienstag veröffentlichten Studie feststellen, sind die Zeiten hoher Vermögenszuwächse vorbei. Damit gingen auch die goldenen Jahre der Fondsgesellschaften zu Ende. Trotz Finanz- und Euro-Krise habe sich das verwaltete Vermögen in Deutschland seit dem Jahr 2005 auf 2,9 Billionen Euro verdoppelt, während die Wirtschaftsleistung in diesem Zeitraum nur um 40 Prozent zugelegt habe. Doch nun erwarten die Berater von Bain einen Wettbewerb in der Vermögensverwaltung (Asset Management), in dem um jeden einzelnen Anleger mit harten Bandagen gekämpft werde.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In jüngster Zeit flachen ihren Angaben zufolge die Mittelzuflüsse im Fonds-markt ab. Gleichzeitig steige der Marktanteil passiver, niedrigmargiger Produkte. Darunter sind börsennotierte Indexfonds zu verstehen, die Indizes wie den Dax abbilden und deutlich günstiger sind als aktive Fonds, für die Fondsmanager aktiv die Wertpapiere auswählen. Binnen weniger Jahre habe sich das Volumen der Exchange Traded Funds (ETF) in Deutschland auf knapp 100 Milliarden Euro verdoppelt, heben die Bain-Berater hervor. Ihrer durchschnittlichen Kostenquote von 0,35 Prozent stünden 1,4 Prozent bei Publikumsfonds gegenüber. „Der Kostendruck im Asset Management nimmt zu“, ist Christian Graf überzeugt, der einer der Autoren der Studie ist. Er erwartet, dass sich Publikumsfonds schon in wenigen Jahren im Schnitt mit einer Kostenquote von 1,0 Prozent begnügen müssen.

          Der deutsche Markt wird aber vor allem von den institutionellen Investoren beherrscht. So verwalteten die darauf ausgerichteten Spezialfonds 1,5 Billionen Euro, während die Publikumsfonds nur auf 975 Milliarden Euro kommen. Auch in den Nettomittelzuflüssen hätten die Spezialfonds mit im Schnitt mehr als doppelt so hohen Zuwachsraten die Publikumsfonds hinter sich gelassen. Doch die Bedeutung der Versicherer, Unternehmen, Pensionskassen, Banken und Stiftung erstreckt sich laut Bain auch auf die Publikumsfonds. Dort hätten sie seit 2005 ihren Anteil auf 30 Prozent mehr als verdoppelt. „In den kommenden Jahren werden insbesondere Kostenführer und Spezialisten Marktanteile im Asset Management erobern“, erwartet Dirk Vater, Partner bei Bain und einer der Autoren der Studie. Das Nachsehen hätten dagegen mittelgroße Fondsanbieter ohne klaren Fokus. Genau hier steckten viele fest. Vater ruft diese Vermögensverwalter zu einem schnellen Handeln auf.

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