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Erste Erfolge : Insolvenzverwalter von Wirecard verkauft amerikanische Tochtergesellschaft

  • Aktualisiert am

Zentrale von Wirecard Bild: Picture-Alliance

Das Nordamerikageschäft des deutschen Zahlungsabwicklers war nie richtig integriert. In der Insolvenz entpuppt sich das als Vorteil. Käufer dieses als werthaltig geltenden Bereichs ist ein Finanzinvestor

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          Das Nordamerika-Geschäft von Wirecard ist verkauft. Der Insolvenzverwalter des Zahlungsabwicklers, Michael Jaffe, gab den Zuschlag für Wirecard North America am Donnerstag an die von Finanzinvestoren finanzierte Holding Syncapay. Das gaben beide Seiten am späten Donnerstabend bekannt. „Mit dieser Transaktion haben wir einen wichtigen Meilenstein bei der Verwertung des Vermögens der Wirecard AG im besten Interesse der Gläubiger erreicht“, sagte Jaffe. Finanziert wird die Übernahme von Wirecard North America von dem auf Sanierungen spezialisierten Investor Centerbridge, der damit Mehrheitseigentümer von Syncapay wird. Dem Unternehmen aus Dallas im amerikanischen Bundesstaat Texas, an dem bisher unter anderem Bain Capital beteiligt ist, gehört schon der Zahlungsabwickler daVinci Payments.

          Niemals richtig integriert

          Wirecard North America gilt als eines der werthaltigsten Teile des in einem Bilanzskandal zusammengebrochenen Konzerns aus Aschheim nahe München. Wirecard hatte das Unternehmen im Jahr 2016 von der Großbank Citi übernommen. Wirecard North America gibt vor allem vorbezahlte Kreditkarten aus. Richtig integriert in das übrige Geschäft wurde die Tochtergesellschaft nie - in der Insolvenz entpuppt sich die weitgehende Eigenständigkeit als Vorteil. Mit der Übernahme soll die bisherige Wirecard-Tochtergesellschaft in North Lane Technologies umbenannt werden - nach der Straße, in der sie in Philadelphia 1997 gegründet wurde.

          Es ist die zweite größere Auslandstochter von Wirecard, die Jaffe verkauft hat. Die brasilianische Tochter geht an den an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gelisteten Zahlungsdienstleister PagSeguro.

          WIRECARD

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          Für das deutsche Kerngeschäft sucht der Insolvenzverwalter weiter nach einem Käufer. Als aussichtsreiche Bieter werden die spanische Großbank Santander und die britische Lycamobile gehandelt. Weil die - nicht insolvente - Wirecard Bank zusammen mit dem Kerngeschäft, der Abwicklung und Absicherung von Zahlungen über Kreditkarten im Internet und an Ladenkassen, verkauft werden soll, hat auch die Finanzaufsicht BaFin ein Wort mitzureden. Das zieht den Prozess allerdings in die Länge.

          Wirecard musste Ende Juni Insolvenz anmelden, nachdem sich 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz als nicht existent entpuppten. Nach Erkenntnissen der Münchner Staatsanwaltschaft haben die Manager von Wirecard die Bilanz mit Luftbuchungen in Asien über Jahre hinweg künstlich aufgebläht und damit Verluste im Kerngeschäft kaschiert. Allein Banken und Investoren seien um mehr als 3 Milliarden Euro geprellt worden. Ex-Vorstandschef Markus Braun sitzt in Untersuchungshaft, Vorstandsmitglied Jan Marsalek ist auf de Flucht und wird weltweit gesucht.

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