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Indexfonds : Nicht alles in einem ETF ist für ihn geeignet

Hektische Börse: Wenn es hart auf hart kommt, ist ein ETF auch nur so liquide wie der zugrundeliegende Basismarkt, sagen Experten. Bild: Reuters

Indexfonds sollen immer die Marktrendite bringen, aber ganz so einfach ist es nicht. Und nicht alles was in einen ETF gepackt wird, gehört dort auch hinein, meint Vanguard, viertgrößter Anbieter von ETF weltweit.

          In der Theorie sollte es so sein: Indexfonds (ETF) erwirtschaften immer die Marktrendite, weil sie einen Aktien- oder Rentenindex abbilden, davon muss man noch einige kleinere Gebühren abziehen. Aber ganz so einfach ist die Welt doch nicht. Nicht alles, was in einen ETF gepackt wird, gehört dort auch hinein, meint die amerikanische Fondsgesellschaft Vanguard, viertgrößter Anbieter dieser Fonds auf der Welt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn vergleicht man die Abweichungen vom zugrundeliegenden Index, zeigt sich mitunter ein beträchtlicher Unterschied. Dieser „Tracking Error“ beträgt etwa für einen ETF von Comstage auf den amerikanischen Aktienindex S&P500 0,46 Prozentpunkte in einem Jahr. Dagegen kommt ein Fonds von iShares auf den Index nur auf eine Abweichung von 0,02 Prozentpunkten.

          Der Grund dafür ist, dass die Konstruktion von ETFs eben nicht so einfach ist, dass sozusagen mechanisch nur die Indexwerte in einem entsprechenden Verhältnis angekauft werden. Im Falle des S&P 500 kommen unter Umständen noch Wechselkurseffekte hinzu. Doch tatsächlich müssen auch Indexfonds gemanagt werden, anders allerdings als bei konventionellen gemanagten Fonds.

          „Wenn man einen Index mit eher wenig Werten zugrunde liegen hat, wie etwa den Euro Stoxx 50, dann mag die Umsetzung eines ETF vor allem eine technische Frage sein“, sagt Andreas Zingg, Leiter ETF Vertriebsspezialisten Europa von Vanguard. „Aber bei Indizes mit 600 oder 7000 Werten muss man als Anbieter eine repräsentative Auswahl des Index zusammenstellen, die dessen Entwicklung möglichst exakt abbildet.“ Aus dem Universum muss ein Sub-Universum gebildet werden. Bei Anleihen ist es zum Beispiel nicht immer einfach, die Laufzeitenstruktur eines großen Index zu jedem Zeitpunkt exakt abzubilden. In Schwellenländern kommen Probleme der Wertschriftenverwahrung hinzu.

          Kunden sollen einen fairen Preis bekommen

          Mit seiner Leistung sei Vanguard sehr zufrieden, sagt Zingg. Hinsichtlich des „Tracking Errors“ sei man Marktführer, was nicht zuletzt geringen Kosten geschuldet sei. Denn natürlich spielen auch bei Abweichungen unterschiedliche Gebühren eine wesentliche Rolle. „Unser Ziel als ETF-Anbieter ist es nicht, den Index zu schlagen, sondern mindestens die Index-Rendite abzüglich der Gesamtkosten zu erreichen. Tatsächlich liegt die Abweichung unserer ETFs unter den Gesamtkosten.“ In besonderen Situationen sei man allerdings mitunter machtlos.

          „Am Tag nach dem Brexit fielen die Märkte, gleichzeitig war in Schweden und Dänemark ein Feiertag. Weil aber die Kunden eine fairen Preis bekommen sollten, konnte man den Nettoinventarwert von ETFs mit europäischen Aktien nicht wie im Index an den Schlusskursen des Vortages bemessen, weil dann die Verkäufer zu Lasten der bestehenden Investoren bevorteilt worden wären. Also haben wir den Nettoinventarwert an den aktuellen Wert angepasst. Das führte dann zu einem ,Tracking Error‘ von 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten“, sagt er. Das sei übrigens der normale Wert für Anleihe- und Schwellenländer-ETFs. Für Aktien-ETFs liege dieser normalerweise bei etwa 0,04 Prozentpunkten.

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