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Sportmarke im Wandel : Kering mischt Puma-Aktionärsstruktur durch

Puma-Chef Bjoern Gulden: Die deutsche Marke mit dem Raubkatzenlogo ist wieder mehrheitlich im Streubesitz. Bild: Reuters

Vom 16. Mai an könnte der Aktienkurs von Puma nach den Höhenflügen seit Februar den einen oder anderen Rückschlag erleiden.

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          Der 16. Mai könnte für Puma spannend werden. Denn von jenem Tag an wird die Aktionärsstruktur des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach aufgemischt – der Streubesitz von derzeit 14 auf dann 55 Prozent erheblich ausgeweitet. Sollte die Hauptversammlung des bislang größten Anteilseigners, der französische Luxuskonzern Kering, am Donnerstag die Abtrennung von Puma beschließen und die Aktien an die eigenen Anteilseigner als Dividende ausschütten, sind Verkäufe im größeren Umfang nicht auszuschließen.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          „Einige Kering-Aktionäre werden sicherlich ihre Puma-Aktien abstoßen“, sagte Björn Gulden, Vorstandsvorsitzender der fränkischen Sportmarke mit der Raubkatze im Logo, am Dienstag. Allein institutionelle Investoren, die im Luxussegment investiert sind, könnten sich von den Sportaktien trennen. Denkbar ist ebenso, dass sich private Anleger anschließen. Denn nach dem Kurssprung von 33 Prozent seit Anfang Februar scheinen die Verlockungen von Gewinnmitnahmen groß.

          Im Januar hatte der Luxuskonzern entschieden, seinen zwölf Jahre währenden Ausflug in die Sportwelt von Puma zu beenden; zumindest was den Einfluss betrifft. Von 86 Prozent reduziert Kering seinen Anteil auf knapp 16 Prozent. Der größte Einzelaktionär mit 29 Prozent ist dann Artémis, hinter der die Familie Pinault als Großaktionär von Kering (40,9 Prozent) steht und die strategischer Aktionär bleiben will. Puma-Chef Gulden steht somit einem an der Börse breit gestreuten Unternehmen vor und kann so ohne nennenswerte Einflussnahmen eines übermächtigen Eigners seinen Weg unbeschwerter fortsetzen.

          Weg vom Lifestyle

          Seit einem Jahr zeigt sich der Erfolg der strategischen Ausrichtung weg vom Lifestyle, hin zu mehr sportiven Angeboten auch in den Zahlen. Hieraus schöpft Gulden sein Selbstbewusstsein. Und er ist vorgewarnt, was mögliche Umschichtungen im Anteilsbesitz angeht. „Ich sehe keinen Grund, warum der Kurs fallen sollte.“ Es gebe ein großes wachsendes Interesse an der Erfolgsgeschichte von Puma. Das habe er aus zahlreichen Gesprächen mit Analysten und institutionellen Investoren, ob bestehende oder neue, mitgenommen.

          PUMA

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          Das Beste für ihn ist: „Wir brauchen nichts zu ändern.“ Die Strategie bleibe dieselbe, wie sich auch der Aufsichtsrat nicht ändere. Mit Pinault und Kering gebe es zwei sichere Ankeraktionäre. Und das Wachstum in Umsatz und Ertrag ist nachhaltig geworden. In den ersten drei Monaten 2018 stieg der Umsatz um 12,5 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro, vor allem getragen durch den dynamischen Verkauf von Schuhen als die wichtigste Produktgruppe und starker Nachfrage aus China.

          Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sprang um 60 Prozent auf 112 Millionen Euro, wobei es mit der Marge von 9,9 Prozent noch Aufholbedarf gibt. Zwar wurde die Prognose für 2018 erhöht – wegen des schwachen Dollarkurses und Unsicherheiten wegen des Handelsstreits zwischen Amerika und China aber nur leicht. Der Umsatz soll währungsbereinigt um 10 bis 12 Prozent zulegen, sich das Ebit um mindestens 27 Prozent auf 310 bis 330 Millionen Euro verbessern.

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