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Geschäftszahlen : Hugo Boss lässt Anleger hoffen

Eine Schaufensterpuppe steht auf dem Firmengelände der Hugo Boss AG vor dem Schriftzug des Unternehmens. Bild: dpa

Der schwäbische Modekonzern nährt mit starken Geschäftszahlen die Zuversicht, dass es wieder aufwärts geht. Die Börse quittiert das mit deutlichem Kursplus.

          Der Modekonzern Hugo Boss hat mit einem starken Geschäft im vierten Quartal die Erwartung an eine bessere Wachstumsdynamik geschürt. „Wir sind überzeugt, 2019 und darüber hinaus nachhaltig und profitabel zu wachsen“, stellte Mark Langer, der Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG in Aussicht und verwies darauf, dass die Ziele des Jahres 2018 erreicht wurden: Ein kleines Umsatzwachstum und ein stabiles Ergebnis.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz um 2 Prozent (währungsbereinigt um 4 Prozent) auf 2,796 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten werde „in etwa auf Vorjahresniveau“ liegen, also etwa bei 491 Millionen Euro. Dass es trotz Umsatzwachstum nicht besser ausfalle, liege neben negativen Währungseffekten daran, dass hohe Investitionen in die digitale Transformation des Geschäftsmodells zu tätigen seien, heißt es bei Boss.

          Anleger schöpfen Zuversicht

          Damit soll unter anderem erreicht werden, dass die Zeit für die Entwicklung einer Kollektion deutlich verkürzt wird, im Durchschnitt von bisher 14 auf künftig sechs Monate. Für die besonders modische Marke Hugo hat das Unternehmen aus dem schwäbischen Metzingen auch schon kleine Kollektionen innerhalb weniger wenigen Wochen entwickelt. Mit dem höheren Tempo will Boss schneller auf neue Trends reagieren können und eine insgesamt höhere Abverkaufsquote erzielen, was auch die Notwendigkeit von Rabatten vermindert.

          HUGO BOSS AG NA O.N.

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          Die Anleger reagierten sehr positiv auf die vorläufigen Geschäftszahlen des Modekonzerns – nicht zuletzt wohl, weil gleich mehrere renommierte deutsche Modelabels in den vergangenen Monaten eher schlechte Nachrichten bereit hielten und Boss sich davon positiv absetzt. Nachdem der Kurs der im M-Dax notierten Hugo-Boss-Aktie von Ende Juli bis Mitte Dezember von 80 auf 53 Euro abgesackt war, schnellte der Kurs am Dienstagmorgen von unter 59 auf über 62 Euro – zeitweise ergab sich so ein Plus von mehr als 5 Prozent.

          Die Anleger schöpfen nun offenbar wieder mehr Zuversicht, dass der seit  2016 amtierende Boss-Chef Mark Langer, dessen Vertrag schon bis Ende 2021 verlängert wurde, die Weichen richtig gestellt hat. Als er seine mittelfristige Planung im November auf einer Investorenkonferenz vorstellte, war das eher noch skeptisch aufgenommen worden. Dabei hatte Langer angekündigt, Boss werde schneller wachsen als der Markt und bis zum Jahr 2022 ein jährliches Wachstum von 5 bis 7 Prozent (wechselkursbereinigt) vorlegen. Gleichzeitig soll die Umsatzrendite (vor Zinsen und Steuern) von zuletzt rund 12,5 auf 15 Prozent steigen.   

          Ausbau der Online-Präsenz

          „Das neue Jahr wird ganz im Zeichen der Umsetzung des Geschäftsplans bis 2022 stehen“, kündigt Mark Langer jetzt an: „Wir werden unsere Angebote noch stärker personalisieren und wichtige Geschäftsprozesse beschleunigen. Damit stärken wir die Begehrlichkeit unserer Marken und setzen einen wichtigen Meilenstein bei der Erreichung unserer mittelfristigen Ziele.“

          Im vierten Quartal hat Hugo Boss den Konzernumsatz um 6 Prozent auf 783 Millionen Euro erhöht. Besonders hoch war der Zuwachs (mit zweistelligem Plus) in Großbritannien und Frankreich. In China seien hohe einstellige Zuwächse erzielt worden, heißt es bei Boss, in Nordamerika liege die Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Deutschlandgeschäft habe sich in einem „weiterhin herausfordernden Marktumfeld“ stabil entwickelt. Das Wachstum im Online-Geschäft habe 37 Prozent erreicht – und damit liege das fünfte Quartal nacheinander im zweistelligen Plus-Bereich, wie bei Boss betont wird.

          Der Ausbau der eigenen Online-Präsenz ist einer der Pfeiler für künftiges Wachstum. Zudem hat Boss im Herbst eine umfassende Kooperation mit Zalando angekündigt. Der Onlinehändler fungiert quasi als Plattform, die Boss entsprechendes Publikum bringt. Alle Details, vom Angebot und dessen Beschreibung bis zur Rechnung kommen aber von Hugo Boss direkt.

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