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Holidaycheck Group : Urlaubsstimmung an der Börse

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Ein bisschen Urlaubsstimmung am Arbeitsplatz: Am Standort München der Holidaycheck Group Bild: Unternehmen

Um 10 Prozent steigt der Kurs des Reiseportals Holidaycheck. Das Jahr 2018 war sehr gut - indes sind auch die Erwartungen hoch.

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          Des Deutschen liebstes Hobby sind Urlaubsreisen. Das stimmt vielleicht nicht ganz, aber es gehört in jedem Fall dazu. Und immer mehr Reisen werden über das Internet gebucht. 68 Milliarden Euro haben sie im Vorjahr dafür ausgegeben, 43 Prozent davon online.

          Das macht sich auch in den Zahlen von virtuellen Reisebüros bemerkbar. Holidaycheck hat am Mittwoch seine Geschäftszahlen für 2018 vorgelegt und die kamen gut an. Um mehr als 10 Prozent steigt der Aktienkurs der Gesellschaft auf 2,89 Euro, zu der neben dem gleichnamigen Reiseportal auch das Mietwagenportal Mietwagencheck ) Hotelbewertungsportale Zoover und das Wetterportal Meteovista gehören.

          Erhöhte Prognose übertroffen

          2018 stieg der Umsatz der Holidaycheck Group um 14,2 Prozent auf 139 Millionen Euro. Der operative Gewinn machte es einen deutlichen Satz von 1,6 auf 10,7 Millionen Euro. Damit übertraf das Unternehmen sowohl die ursprüngliche als auch die im vergangenen Juli angehobene Prognose. Unter dem Strich wurde Holidaycheck damit profitabel. Nachdem man 2017 noch einen Verlust von 5,9 Millionen Euro verzeichnet hatte, blieben diesmal 1,9 Millionen Euro übrig.

          Die Investitionen in die Weiterentwicklung der Buchungsplattform sowie in die Bekanntheit der Marke hätten Früchte getragen, heißt es. Ferner sie die Branchenentwicklung positiv gewesen. Die mitteleuropäische Pauschalreiseindustrie habe unter anderem in Folge einer stabilen geopolitischen Lage in den beliebten Urlaubsdestinationen 2018 ein Wachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichnet. Das Wachstum der Online-Reisebüros dürfte darüber gelegen haben.

          HOLIDAYCHECK GRP AG

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          Auch bilanziell lesen sich die Zahlen gut. Die Eigenkapitalquote gibt Holidaycheck mit 83 Prozent an und es habe freie Mittelzuflüsse von 7,6 Millionen Euro gegeben, nachdem im Vorjahr noch 13,6 Millionen Euro abgeflossen seien. Aufgrund dessen will das Unternehmen nun eine Dividende in Höhe von 0,04 Euro je Aktie ausschütten. Das sind dann immerhin 1,4 Prozent, was für den Anfang nicht schlecht ist.

          Holidaycheck Group will weiter in das Kerngeschäft und die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen investieren, im Wesentlichen will man einen eigenen Reiseveranstalter aufbauen. 2019 soll der Umsatz akquisitionsbereinigt nur noch um 7 bis 12 Prozent bei einem operativen Gewinn zwischen 8,5 und 13,5 Millionen Euro steigen, wobei dieses noch durch den Umstieg auf den internationalen Bilanzierungsstandard einen positiven Sondereffekt von 2,5 Millionen Euro enthalten werde.

          Diese Aussichten werden Anlegern zunächst nicht ganz so gut gefallen, weil sie am liebsten steigende Gewinne und Umsätze ohne Wenn und Aber haben. Jedoch lagen die ursprünglichen Prognosen für 2018 ebenfalls eher auf diesem Niveau, während die tatsächlichen Zahlen deutlich höher ausfielen, insofern lassen sich die Prognosen auch als konservativ ablegen.

          Hohe Erwartungen

          Nichtsdestoweniger ist die Holidaycheck Group noch im Aufbau in einem wachsenden und sich verändernden Geschäft. Aber das Unternehmen scheint dennoch nach seiner bewegten Geschichte zur Ruhe zu finden. Holidaycheck ist der Rechtsnachfolger der Tomorrow Focus AG, die sich 2016 allein auf das Reisegeschäft konzentrierte. Insofern ist zum einen Holidaycheck ein junges Unternehmen. Zum anderen sollte man frühere Kurshochs von mehr als 5  Euro nicht zum Maßstab machen.

          Die Mehrzahl der Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf. Erst eine Woche alt ist die Empfehlung des Bankhaus‘ Lampe mit einem Kursziel von 4 Euro. Aus der Reihe fällt indes HSBC-Analyst Christopher Johnen, der im vergangenen August sein Urteil von „Halten“ auf „Reduzieren“ senkte und damit wohl zu dem Kursrückgang zumindest beitrug, der die Notierung von 3,90 Euro bis auf 2,56 Euro fallen ließ. Aktuell gibt er ein Kursziel von 2,80 Euro aus, dies war aber schon am 7. Februar.

          Bewertet ist die Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 43 für das laufende und 22 für das kommende Jahr, was ein starkes Gewinnwachstum signalisiert. Das setzt ein Ergebnis von 6,7 Cent je Aktie voraus und mithin mehr als doppelt so viel als 2018. Ob diese Prognosen angesichts der Unternehmensprognose vom Mittwoch erreichbar sind, ist fraglich. Insofern scheint die Aktie eher etwas für kurz- oder sehr langfristig orientierte Anleger zu sein, wobei die ein oder andere denkbare Übernahme Überraschungspotential birgt.

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