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Folgen eines harten Brexits : Deutsche Immobilienbanken haben hohes Brexit-Risiko

Wäre besonders von einem harten Brexit betroffen: Die Deutsche Pfandbriefbank. Bild: dpa

Nach einer Studie der Ratingagentur Moody’s sind deutsche Hypothekenbanken aufgrund ihres starken Engagements am britischen Immobilienmarkt besonders vom Risiko eines harten Brexits betroffen.

          Wer vor zwölf Monaten die Aktie der Aareal Bank gekauft hat, muss sich heute über einen Verlust von fast 25 Prozent ärgern. Nicht wirklich gut, aber nicht ganz so schlimm erging es einem Anleger, der sich für die in München ansässige Deutsche Pfandbriefbank (PBB) entschieden hat. Der Aktienkurs des Instituts, das aus den gesunden Teilen der nach der Finanzkrise vom Staat aufgefangenen Hypo Real Estate entstanden ist, hat binnen zwölf Monaten 15 Prozent verloren.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das alles mag hauptsächlich der im vergangenen Jahr schlechten Börsenentwicklung geschuldet sein. Doch möglicherweise bergen die beiden Immobilienfinanzierer ein Risiko, das sie kurzfristigen Schwankungen aussetzen kann. Darauf verweist die Ratingagentur Moody’s in einer Studie. Demnach sind die Hypothekenbanken aufgrund ihres starken Engagements am gewerblichen Immobilienmarkt in Großbritannien dem Risiko eines harten Brexits besonders ausgesetzt.

          Zu der Aareal Bank aus Wiesbaden und der PBB gesellt sich ein drittes Institut: die Deutsche Hypothekenbank aus Hannover. Auch die Tochtergesellschaft der erst vor kurzem von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und den Sparkassen geretteten Norddeutschen Landesbank (Nord LB) hat auf dem britischen Markt einige Projekte finanziert. Gemessen am harten, bei Verlusten sofort haftenden Eigenkapital weist die Aareal Bank mit 188 Prozent das größte Risiko am britischen Immobilienmarkt auf. Dahinter folgt die Deutsche Hypo mit 171 Prozent vor der PBB mit 159 Prozent.

          Die Moody’s-Analysten haben das Risiko eines vertraglich geregelten EU-Austritts Großbritanniens schon in den Ratings der Aareal Bank (A3 mit stabilem Ausblick) und der Deutschen Hypo (Baa2 mit positivem Ausblick) berücksichtigt. Sollte es zu einem harten Brexit ohne Austrittsvereinbarung zwischen Großbritannien und der EU kommen, erwartet die Ratingagentur kurzfristig hohe Preisschwankungen am gewerblichen Immobilienmarkt.

          Die Aareal Bank hat gewerbliche Immobilien im Volumen von 26,4 Milliarden Euro finanziert. Davon entfallen nach Angaben von Moody’s 4 Milliarden Euro auf Großbritannien mit den Schwerpunkten Hotels (48 Prozent) und London (60 Prozent). Etwas mehr – 4,3 Milliarden Euro – beträgt das Engagement der PBB. Auch hier ist London mit 43 Prozent ein Schwerpunkt. Jeweils rund ein Drittel konzentriert sich auf Einzelhandel und Büros.

          Die Deutsche Hypo hat 1,5 Milliarden Euro finanziert, ebenfalls schwerpunktmäßig Einzelhandel (42 Prozent) und Büros (45 Prozent). Die Moody’s-Analysten werten es positiv, dass alle drei Banken nach dem Brexit-Referendum vorsichtig vorgegangen sind.

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