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Devisenmarkt : Höhenflug des Schweizer Franken

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Der Schweizer Franken ist wieder obenauf. Bild: dpa

Der Schweizer Franken hat seit Tagen gegenüber dem Euro stark aufgewertet. Ursache ist die politische Unsicherheit um Italien. Doch die Bewegung könnte nicht von Dauer sein.

          Die holprige Regierungsbildung in Italien sorgt für einen Höhenflug des Schweizer Franken. Am Mittwoch wertete er gegen den Euro bis auf 1,1582 Franken auf. Damit hat die Alpendevise in den vergangenen zehn Tagen um mehr als 3 Prozent aufgewertet. Auch zum Dollar legte der Franken zu.

          „Die Anleger haben Angst wegen Italien und ziehen ihr Geld ab. Das erinnert stark an die Euro-Krise. Es zeigt sich einmal mehr, das der Franken, wenn es in Europa nicht mehr rund läuft, die gesuchte Adresse ist“, sagte ein Händler.

          Der Franken gilt bei Investoren als sicherer Hafen und war besonders in der Euro-Krise vor einigen Jahren gefragt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stemmte sich mit milliardenschweren Marktinterventionen gegen eine weitere Aufwertung und versuchte bis Anfang 2015 den Franken zum Euro nicht über 1,20 Franken aufwerten zu lassen.

          Auch nach Aufgabe dieses Wechselkursziels hält die SNB unverändert an der Wechselkursverteidigung fest: Die Zinsen liegen bei minus 0,75 Prozent und die Währungshüter betonen ihre Bereitschaft für weitere Markteingriffe.

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          Indes gehen viele Beobachter davon aus, dass es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Die italienischen Risiken schienen nun größtenteils eingepreist zu sein, heißt es von der schwedischen Bank Nordea Bank. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Franken seinen Abwärtstrend wieder aufnehme. Die meisten Analysten gehen von einem Rückgang des Kurses auf 1,18 bis 1,19 Franken bis zum Jahresende aus.

          Jeremy Stretch, Leiter der Strategieabteilung für Währungen der G-10-Länder bei Canadian Imperial, vertrat gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg die Auffassung, dass es für den Frankenkurs schwierig sei, noch höher zu klettern. Die Vermögensverwalter hätten sich schon in der vergangenen Woche auf Rekordniveau gegen eine weitere Aufwertung positioniert.

          Währungsstratege Andreas Steno Larsen von Nordea hält es nicht für ausgeschlossen, dass der kurzfristige Vormarsch auf 1,16 Franken die SNB zu neuen Eingriffen veranlassen könnte. Schon beim Niveau von 1,1650 Franken gebe es eine entsprechende kritische Marke.

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