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Historie der Geldanlage : Die nächste Blase kommt bestimmt

Seit 400 Jahren lassen übereifrige Anleger immer wieder Blasen entstehen. Die einzige Konstante dabei: Sie kommen, in verschiedenen Bereichen, immer wieder. Bild: dpa

Seit 400 Jahren übertreiben es die Anleger immer wieder. Offenbar werden sie nicht aus Schaden klug. Ein neues Buch verschafft einen Überblick über die schlimmsten Abstürze von Tulpen bis Bitcoin.

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          Wer sich sein Lieblingseis schmecken lässt, denkt wohl kaum an den Preis für den Rohstoff. Andernfalls könnte man jede Kugel Vanilleeis so zur Schau stellen wie der Fußballstar Franck Ribéry sein vergoldetes Steak. Vanille ist in den vergangenen Jahren nämlich kostbar geworden und das zweitteuerste Gewürz nach Safran. 2011 kostete ein Kilogramm bester Bourbon-Vanille gerade einmal 15 Dollar, vier Jahre später war der Preis mit 90 Dollar immer noch moderat. Aber seit 2015 schoss er in die Höhe, aktuell kostet ein Kilogramm des Gewürzes mehr als 600 Dollar und damit mehr als dieselbe Menge des Edelmetalls Silber. Bei einer Preissteigerung von mehr als 500 Prozent in nur vier Jahren darf man schon mal fragen: Haben wir vielleicht eine Vanille-Blase?

          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

          Von Blase wird immer schnell gesprochen, wenn die Preise unheimlich in die Höhe geschossen sind – wie bei Immobilien in den vergangenen Jahren. So ein Phänomen lässt sich zwar im Einzelnen gut nachvollziehen, aber eine wissenschaftliche Definition einer Blase, auf die sich alle einigen können, steht aus. Alan Greenspan, seinerzeit Chef der amerikanischen Notenbank, erfand 1996 den Begriff des „irrationalen Überschwangs“, den der Ökonom Robert Shiller aufgriff und darüber ein Buch schrieb. Es erschien kurz vor dem Platzen der Internetblase. In der überarbeiteten Fassung 2005 warnte Shiller vor einer amerikanischen Immobilienblase und bewies damit geradezu seherische Fähigkeiten. Dennoch würde sich der Wirtschaftsnobelpreisträger nie vorherzusagen trauen, was eine Blase zum Platzen bringt. Schlauer ist man immer hinterher. Oder nicht?

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