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Börsengang : Hello Fresh im Check

Schnell, einfach, frisch: Die Kochboxen von HelloFresh bringen Abwechslung und Vielfalt in jede Küche. Aber kann sich das Konzept am umkämpften Markt durchsetzen? Bild: obs

Hello Fresh verschickt Kochboxen mit ausgewählten Zutaten. Jetzt will das Unternehmen an die Börse. Die große Frage: Was taugt die Aktie?

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          Die Kunden von Hello Fresh wissen genau, was sie in der nächsten Woche erwarten können. Auf dem Speiseplan stehen unter anderem ein Halloumi-Auberginen-Burger mit Zwiebelrelish und Pastinaken-Karotten-Stäbchen sowie ein Porreerisotto mit karamellisiertem Kürbis. Das klingt verheißungsvoll für all jene Leute, die sich ein schmackhaftes und gesundes Essen zubereiten, aber sich langwierige Einkäufe im Supermarkt sparen wollen.

          Thomas Klemm
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Denn Hello Fresh stellt nicht nur Woche für Woche einen abwechslungsreichen Speiseplan zusammen, sondern liefert für jedes Rezept eine Kochbox mit jeweils genau portionierten Zutaten nach Hause. Nur kochen muss der Kunde noch selbst, mal zwanzig Minuten, mal eine Dreiviertelstunde.

          Für das Unternehmen Hello Fresh dagegen ist die kommende Woche längst nicht so vorhersehbar wie für seine hungrige Kundschaft. Bis Mittwoch heißt es abwarten, wie die Anleger auf den Börsengang des Kochbox-Anbieters reagieren. Werden sie sich überzeugt zeigen vom Geschäftsmodell des sechs Jahre alten Start-up, an dem Rocker Internet zu rund 53 Prozent beteiligt ist, und sich um dessen 31 Millionen neue Aktien reißen? Oder werden die Anleger eher verhalten reagieren, weil sie Zweifel daran haben, dass Kochboxen auf Dauer gut ankommen und sich das starke Wachstum von Hello Fresh alsbald abschwächen könnte?

          Bild: F.A.Z.

          Seit Hello Fresh vergangene Woche seinen Prospekt zum Börsengang veröffentlicht hat, scheint alles so planmäßig zu laufen wie eine Menüfolge. Die Aktien seien bei Investoren begehrt, so dass sie voraussichtlich eher am oberen Ende der Preisspanne von 9 Euro bis 11,50 Euro zugeteilt werden, heißt es in Frankfurter Finanzkreisen. Mit der Emission kommt Hello Fresh bestenfalls auf eine Bewertung von 1,5 Milliarden Euro. Das ist zwar enttäuschend im Vergleich zu der Zwei-Milliarden-Euro-Bewertung bei der jüngsten privaten Finanzierungsrunde vor einem Jahr, aber spürbar mehr, als manche Analysehäuser dem Kochbox-Anbieter bisher zugebilligt haben. Mit dem Erlös von bis zu 357 Millionen Euro will Hello Fresh vor allem seine Expansion vorantreiben.

          Unstrittig ist, dass es eine gute Zeit für Börsengänge ist. Das haben kürzlich die Batteriehersteller Varta und Voltabox gezeigt, besonders aber ein anderes Start-up, das wie Hello Fresh vom Appetit der Menschen lebt und den größten Börsengang hierzulande seit 2014 hinlegte: Der Aktienkurs von Delivery Hero hat seit der Erstnotiz Ende Juni 30 Prozent zugelegt. Damit ist die Firma, zu der die Marken Lieferheld und Foodora gehören, ähnlich erfolgreich wie andere börsennotierte Essenlieferanten. Das Geschäftsmodell dieser Plattformen, über die man fertige Mahlzeiten aus Restaurants bestellen und sich liefern lassen kann, funktioniert. Essen bestellen Menschen seit jeher eifrig, sie müssen nur vom Telefon aufs Netz oder eine App umsteigen.

          Bild: F.A.Z.

          Während die Essenlieferanten Just Eat, Takeaway und eben Delivery Hero in den vergangenen 18 Monaten reihenweise aufs Parkett gegangen sind, zeigten sich die Kochbox-Anbieter lange zögerlich. Hello Fresh hatte einen Börsengang schon für 2015 angepeilt, dann aber abgeblasen. „Heute hat Hello Fresh ein besseres Profil für den Kapitalmarkt als vor zwei Jahren. Unter anderem deshalb, weil es nun ein börsennotiertes Vergleichsunternehmen gibt“, sagt Lucas Boventer, Analyst bei Warburg Research.

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