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Öl-, Gas- und Kohlekonzerne : Die Luft für Klimasünder wird dünner

Sollten sich Anleger komplett von vermeintlichen Klimasündern abwenden? Experten haben dazu verschiedene Meinungen. Bild: AP, dpa, Matthias Lüdecke, F.A.Z.

Immer mehr Investoren verbannen klimaschädliche Anlagen aus ihren Portfolios – während andere darin unterbewertete Aktien mit soliden Bilanzen sehen. Dass die Bewertung so unterschiedlich ausfällt, hat verschiedene Gründe.

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          Dieses Video sei nicht an die Zuschauer gerichtet, sondern an eine andere Person, an Jamie Dimon, Chef der amerikanischen Großbank JP Morgan Chase. Die Hollywood-Ikone Jane Fonda schaut bitterernst in die Kamera, während sie diese Worte wählt. Die Hollywood-Größe, die sich mittlerweile auch einen Namen als Klimaaktivistin gemacht hat, betont im Video weiter, dass sich die Öl-, Gas- und Kohleindustrie über die Finanzindustrie finanziere – und Chase der schlimmste Übeltäter sei, habe die Großbank doch Milliarden Dollar in die fossile Industrie gepumpt. Damit solle jetzt Schluss sein, fordert Fonda in dem kurzen Clip. Andernfalls würden sich die Kunden eine andere, bessere Bank suchen. Im Anschluss darauf zerschneidet sie eine Bankkarte von JP Morgan.

          Antonia Mannweiler
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Hinter der Initiative „Stop the Money Pipeline“ stehen Klimaaktivisten, die von Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften fordern, „Klimazerstörern“ den Geldhahn zuzudrehen. Doch ist diese Rechnung wirklich so einfach aufzustellen: Keine Finanzierung der Umweltsünder verringert die Förderung fossiler Brennstoffe und letztlich den Ausstoß schädlicher Emissionen? Der Abzug aus den vermeintlich klimaschädlichen Investitionen wird unter dem englischen Begriff „Divestment“ zusammengefasst. Dabei geht es nicht nur um die aktuelle Finanzierung von Ölförderern, Gas- oder Kohlekraftwerken, sondern auch um die künftige. Für Privatanleger hieße das im kleinen Maßstab, dass sie sich beispielsweise von ihren Wertpapieren der großen CO2-Emittenten trennen.

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