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Geldwäschevorwürfe : Grenke weist Anschuldigungen zurück

Der Firmensitz von Grenke in Baden-Baden Bild: dpa

Das Leasingunternehmen Grenke steht nach dem kritischen Bericht eines Leerverkäufers unter Druck. Die Aussagen in der Sache widersprechen sich teils.

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          Das Leasing-Unternehmen Grenke hat Vorwürfe des auf Leerverkäufe spezialisierten britischen Investors Viceroy zurückgewiesen. Man weise die Behauptungen „auf das Schärfste“ zurück, teilte Grenke mit. Insbesondere sei nicht richtig, dass ein Großteil der ausgewiesenen liquiden Mittel von 1,08 Milliarden Euro nicht existiere. „Dies ist nachweislich falsch“. 

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Fast 80 Prozent davon - das sind beinahe 850 Millionen Euro - seien Ende Juni bei der Deutschen Bundesbank deponiert gewesen, am Dienstag seien es 761 Millionen Euro gewesen. „Grenke behält sich rechtliche Schritte vor und wird diese entsprechend in die Wege leiten“, heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens. Man bereite derzeit eine ausführliche Replik vor.

          Zwar äußert sich die Bundesbank grundsätzlich nicht zu Einzelunternehmen, gleichwohl wurden in ihrem Umfeld die Angaben von Grenke zu ihren dortigen Einlagen nicht dementiert. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die im Quartalsbericht zumindest für die Konten bei der Bundesbank ausgewiesenen Mittel zutreffen. Trotzdem setzt sich der Kursrutsch der Grenke-Aktie am Mittwoch fort. Zuletzt lag die Notierung knapp 30 Prozent im Minus bei 31,54 Euro und damit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang des Jahres 2015.

          Am Dienstag war der Aktienkurs von Grenke um 18,8 Prozent auf 44,64 Euro gefallen und hatte damit den Tiefstkurs aus dem März zum Handelsende nicht unterschritten. Zeitweilig hatte das Minus allerdings 30 Prozent betragen und die Notierung damit den niedrigsten Stand seit Juni 2015 erreicht.  Zuvor hatte der Investor Viceroy einen 64 Seiten langen Bericht veröffentlicht, in dem er dem Unternehmen Geldwäsche vorwarf. Zudem stellte er Bezüge zum jüngsten Skandal um den Zahlungsabwickler Wirecard her, indem er anzweifelte, dass von Grenke ausgewiesene Liquidität vorhanden sei und eine Reihe von Akquisitionen als wertlos und bilanziell aufgeblasen klassifizierte.

          GRENKE AG NA O.N.

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          Der hinter Viceroy stehenden ehemaligen Sozialarbeiter Fraser Perring sagte, er habe schon im Juli und im September jeweils eine Kopie des Berichts an die deutsche Finanzaufsicht Bafin geschickt. „Wir sind bereit, mit der Aufsichtsbehörde zusammenzuarbeiten und wollen aufzeigen, wo die Unregelmäßigkeiten liegen.“

          Die Bafin teilte indes mit, sie habe weder ein Schreiben noch eine E-Mail von Perring erhalten. Sie werde untersuchen, ob die in dem Report erhobenen Vorwürfe Marktmissbrauch darstellten. Dazu analysiere sie mögliche Marktmanipulationsvorwürfe durch die Grenke AG, durch Dritte etwa in Form einer Leerverkaufsattacke sowie mutmaßlichen Insiderhandel vor Erscheinen des Dokuments.

          Leerverkäufe - also der Verkauf von nicht im Eigentum befindlichen Aktien und deren späterer Rückkauf zu - so die Spekulation- niedrigeren Preisen -  sind an der Börse durchaus gängig. Experten halten sie sogar für ein wichtiges Instrument, damit die Aktienmärkte besser funktionieren, weil ansonsten eine konträre Meinung nicht ausgedrückt werden könne.

          Perring hatte vor zwei Jahren auch den Fernseh-Konzern Pro Sieben Sat.1 ins Visier genommen und ebenfalls in einem im Internet veröffentlichten Dokument schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben. Damals hatte er sich Ärger mit der Bafin eingehandelt wegen „unerlaubter Anlageempfehlung“.

          Außerdem hatte die Staatsanwaltschaft München ermittelt. Bei Wirecard waren die Ermittlungen gegen Perring wegen Marktmanipulation gegen eine Geldauflage eingestellt worden – wenige Monte bevor der Bilanzskandal offensichtlich wurde.

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