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Angst vor neuem Wirecard-Fall : Grenke-Aktienkurs erholt sich

Die Grenke-Zentrale in Baden-Baden Bild: dpa

Vorwürfe eines Hedgefonds haben seit Dienstag die Hälfte des Börsenwerts vernichtet. Das Leasingunternehmen kündigt für Freitagnachmittag eine ausführliche Stellungnahme an.

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          Der Aktienkurs des Leasingunternehmens Grenke hat am Donnerstag zur Handelseröffnung sehr stark geschwankt. Der Kurs fiel zunächst um mehr als 10 Prozent und stieg dann um gut 15 Prozent. Bis zum späten Vormittag behielten die Optimisten die Oberhand: Der Grenke-Kurs liegt mit 32,20 Euro 14 Prozent im Plus. Seit Dienstag, als die britische Analysefirma Viceroy Research des Fondsmangers Fraser Perring dem badischen Unternehmen Bilanzbetrug und Geldwäsche vorgeworfen hatte, sind vom Grenke-Börsenwert 44 Prozent verloren gegangen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das im MDax gelistete Unternehmen teilte am Donnerstagvormittag die Bildung einer Taskforce mit. Diese befasse sich mit der „detaillierten Widerlegung“ der Behauptungen des Investors. Am Nachmittag um 16 Uhr werde Unternehmensgründer und Großaktionär Wolfgang Grenke ein „kurzes schriftliches Statement“ geben. Am Freitagnachmittag wollen sich der Vorstand und der Aufsichtsrat dann Fragen von Analysten und Investoren stellen.

          Nach den Analysten von Kepler Cheuvreux setzte inzwischen mit Warburg ein weiteres Analysehaus seine Bewertung der Grenke-Papiere aus. Experte Marius Fuhrberg zeigte zwar prinzipiell Vertrauen in das operative Geschäft, will angesichts der vorgeworfenen Bilanzunregelmäßigkeiten jedoch zunächst weitere Informationen abwarten. Das Unternehmen hat die Vorwürfe scharf zurückgewiesen und der Behauptung, dass ein Großteil der ausgewiesenen liquiden Mittel nicht existiere, mit dem Hinweis auf entsprechende Bundesbank-Konten zurückgewiesen.

          GRENKE AG NA O.N.

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          Die Bundesbank äußert sich zu Einzelunternehmen nicht. Aber in ihrem Umfeld sah man keine Notwendigkeit, die Angaben von Grenke zu dementieren. Damit dürfte der Hinweis auf Einlagen bei der Bundesbank von zuletzt 761 Millionen Euro nicht falsch sein. Trotzdem warten die Anleger gespannt auf die von Grenke angekündigte „ausführliche Replik“ zu den Vorwürfen von Perring, der in der Vergangenheit schön öfters als spekulativer Leerverkäufer bei deutschen Unternehmen aufgetreten ist.

          Der deutschen Finanzaufsicht Bafin dürfte er deshalb kein Unbekannter sein. Seine Behauptung, der Bafin schon im Juli und September jeweils eine Kopie des Viceroy-Berichts zu Grenke zugeschickt zu haben, widersprach eine Bafin-Sprecherin.

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