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Green Bonds : KfW zeigt dem Bund den Weg am Anleihemarkt

Die Staatliche Förderbank stößt mit ihrer größten grünen Anleihe auf eine hohe Nachfrage. Bild: dpa

Die staatliche Förderbank stößt mit ihrer größten grünen Anleihe auf eine hohe Nachfrage und setzt schon Maßstäbe.

          Der Bund prüft noch, seine Förderbank KfW setzt schon Maßstäbe: Das hohe Interesse nach der bislang größten grünen KfW-Anleihe zeigt, wie hoch der Bedarf institutioneller Investoren an nachhaltigen Finanzprodukten ist. Am Mittwoch begab die Förderbank einen achtjährigen Green Bond, dessen Emissionsvolumen von 3 Milliarden Euro zur Finanzierung nachhaltiger Vorhaben dient. Die Nachfrage belief sich auf 8 Milliarden Euro.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Zinskupon von 0,01 Prozent zeigt, dass die KfW sehr günstige Finanzierungskonditionen durchsetzen konnte. Das dürfte das Interesse der Privatanleger schmälern, auch wenn sie mit einem Mindestanlagevolumen von 1000 Euro angesprochen werden. Grundsätzlich werden KfW-Anleihen aufgrund der staatlichen Garantie von Investoren sehr geschätzt und genießen unter den Ratingagenturen die höchsten Bonitätsnoten: „Aaa“ bei Moody’s und „AAA“ bei Standard & Poor’s. Das sichert der Förderbank niedrige, nur geringfügig über Bundesanleihen liegende Zinskosten.

          „Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach dem größten Green Bond der KfW zeigt, wie gut sich der Green-Bond-Markt inzwischen entwickelt hat und welche Emissionsvolumina er aufnehmen kann“, ließ sich Petra Wehlert, Leiterin Kapitalmarkt, in der Pressemitteilung zitieren.

          Hohe Nachfrage

          Von dem neuen Green Bond teilte die KfW 42 Prozent Banken zu, 30 Prozent Vermögensverwaltern, 21 Prozent Zentralbanken und anderen öffentlichen Institutionen sowie 6 Prozent Versicherern oder Pensionsfonds. Investoren aus den Beneluxländern erhielten 21 Prozent, aus Großbritannien und Irland 20 Prozent, aus Deutschland 16 Prozent, aus Skandinavien 12 Prozent, aus Frankreich 9 Prozent und aus Asien 8 Prozent.

          Diese Statistiken dürften in der Finanzagentur, die für den Bund die Schulden verwaltet, mit großer Aufmerksamkeit gelesen werden. Denn dort wird die Begebung solcher grünen Anleihen derzeit geprüft. Der Bund würde als wichtigster Anleiheemittent in Europa ein wichtiges Signal für das weitere Wachstum des Marktes für grüne Anleihen senden. Allerdings legt die Finanzagentur großen Wert auf die hohe Bedeutung der Bundesanleihen, deren Renditen Referenzzinsen für die Eurozone sind, dem nach dem Dollar zweitwichtigsten Währungsraum in der Weltwirtschaft.

          Aus diesem Grund wird eine technische Neuerung erwogen: Die Verpflichtung des Bunds zu grünen Investitionen soll in einem separaten Wertpapier festgeschrieben werden. Die Bundesanleihe bestünde dann aus zwei Elementen: einer herkömmlichen und einer grünen.

          Dass immer mehr Investoren auf grüne Anlageprodukte setzen, geht auch aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der französischen Vermögensverwalter von Natixis Investment Managers unter Anlegern in der ganzen Welt hervor. Demnach erwarten 59 Prozent der Finanzberater, 57 Prozent der für die Auswahl von Fonds zuständigen Manager und 56 Prozent der institutionellen Anleger einen überdurchschnittlichen Ertrag aus Anlagen, die den Kriterien für Umwelt, soziale Entwicklung und gute Unternehmensführung entsprechen.

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