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Pakt mit Autoherstellern : Google-Deal lässt Aktienkurs von Tomtom um 30 Prozent fallen

  • Aktualisiert am

Will auf einmal niemand mehr haben: Aktien des Navigationsgeräte-Herstellers Tomtom. Bild: Reuters

Der Digitalkonzern will Autos künftig selbst mit Navigationssystemen ausstatten. Das lässt Tomtoms Situation „ziemlich hoffnungslos“ werden.

          Aus Furcht vor einem Nachfrage-Einbruch kehren Anleger Tomtom den Rücken. Der Aktienkurs des Navigationsgeräte-Anbieters ist an diesem Dienstag in Amsterdam um knapp 30 Prozent gefallen – die Notierung steuerte im Handelsverlauf auf den größten Tagesverlust seit mehr als 13 Jahren zu. Auslöser der Verkaufswelle war die Ankündigung des amerikanischen Tech-Konzerns Google, künftig Fahrzeuge von Renault, Nissan und Mitsubishi mit intelligenten Infotainment-Systemen auf Basis des mobilen Betriebssystems Android auszurüsten.

          Geplant seien außerdem Online-Updates für die Fahrzeug-Software und eine Fahrzeug-Diagnostik über das Internet. Die ersten Modelle aus dieser Zusammenarbeit sollen im Jahr 2021 auf den Markt kommen.

          Mit im Tief 6,032 Euro waren die Tomtom-Papiere so billig wie zuletzt im Februar 2015. Dabei wechselten bis zum Mittag bereits etwa sieben Mal so viele den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

          „Das ist ein schwerer Schlag für Tomtom“, sagt Analyst Jos Versteeg vom Vermögensverwalter Insinger-Gilissen. Tomtom habe stets betont, dass die Fahrzeug-Hersteller unabhängige Anbieter für Navigationssysteme bevorzugten. Google habe nun einen Fuß in der Tür. „Das macht Tomtoms Bemühungen, mit Google und Apple in der Automobil-Industrie zu konkurrieren, ziemlich hoffnungslos.“

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Bislang wird meist nur das sogenannte „Mirroring“ angeboten, bei dem Kunden die Oberfläche ihre Android-Handys oder iPhones auf dem Bildschirm des Touchscreens im Armaturenbrett spiegeln und von dort aus bedienen können. Dass Google nun direkt die Gesamtsysteme liefern soll, ist ein weiterer Griff Googles nach einem neuen Markt.

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