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Nervosität an den Märkten : Ölpreis steigt deutlich

Ein Boot der Küstenwache der Vereinigten Arabischen Emirate passiert einen Öltanker. Bild: dpa

Unklare Meldungen über einen möglichen Angriff auf Öltanker im Golf von Oman lassen am Donnerstag den Ölpreis steigen. Ob dieser Anstieg von Dauer ist, bleibt abzuwarten.

          Die geopolitischen Spannungen halten die Kapitalmärkte derzeit latent auf Trab. Wie schnell dies akut werden kann, zeigt sich am Donnerstag auf dem Ölmarkt. Nach Meldungen über angebliche Zwischenfälle mit Tankern im Golf von Oman hat die amerikanische Marine nach eigenem Bekunden zwei Notrufe erhalten.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schiffe seien in die Region unterwegs um Hilfe zu leisten, teilte die 5. Flotte in Bahrain mit. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien. Auch die Informationsplattform UKMTO der britischen Marine berichtete von einem Zwischenfall. Die Organisation registriert und untersucht Angriffe auf Handelsschiffe in der Region.

          Der Preis für das Barrel Öl (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Donnerstag um bis zu 4,5 Prozent auf 62,64 Dollar. 

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          Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte unterdessen einen Angriff auf den Öltanker „Front Altair“. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am frühen Morgen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran attackiert worden. Hintergründe seien unklar, man rate norwegischen Schiffen aber, bis auf Weiteres Abstand zu iranischen Fahrwassern zu halten.

          Auch die omanische Küstenwache sagte laut der norwegischen Zeitung „Dagbladet“, es habe einen Angriff gegeben. Es sei zu einer Explosion an Bord des norwegischen Schiffes in iranischen Gewässern gekommen.

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          Man müsse sehen, ob der Preisaufschlag halte, sagte Neil Wilso, leitender Marktanalyst von markets.com am Morgen. Womöglich sei dies auch nur ein algorithmen-basierter Reflex. Der Markt sei angesichts einer rekordhohen Produktion in Amerika und einer gedrosselten Opec-Förderung gegen Schocks vergleichsweise gefeit.

          Am Vorabend war der Preis noch auf ein Fünf-Monats-Hoch gefallen, nachdem die offiziellen Lagerbestände in den Vereinigten Staaten um 2,2 Millionen Barrel gestiegen waren, anstatt wie erwartet um 500.000 Barrel zu fallen. Das übe Druck auf spekulative Anleger aus, ihre Kaufpositionen aufzulösen, meint Wilson, der längerfristig eher von einem Brent-Preis von 50 als 70 Dollar ausgeht.

          Der Einfluss der Opec – oder der sogenannten Opec+, zu der im wesentlichen noch Russland gehört – ist angesichts einer amerikanischen Schieferölproduktion, die zunehmend effizienter und kostengünstiger wird, deutlich geschwunden und mit ihr der Einfluss von Krisenzeichen in den politisch weniger stabilen Ölförderregionen der Welt.

          Die Angriffe könnten der Katalysator sein, der den Ölpreis aus der Baisse der vergangenen Wochen herausholen könnte, meint dagegen Nitesh Sha, leitender Analyst beim ETF-Anbieter Wisdom Tree. Die Märkte konzentrierten sich auf steigende amerikanische Lagerbestände und ignorierten die Angebotsrisiken durch Handelskriege. Die Kontinuität der Versorgung sollte nicht als selbstverständlich angesehen werden, denn rund 60 Prozent des Opec-Öls und 30 Prozent des weltweit auf dem Seeweg gehandelten Rohöls würden über die Straße von Hormuz verschifft, die damit die wichtigste Meerenge der Welt sei. 

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