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Edelmetall im Höhenflug : Goldpreis erreicht höchstes Niveau seit sechs Jahren

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Barren und Münzen aus Feingold Bild: obs

Der Kurs des Edelmetalls Gold markiert angeheizt von Zinsphantasien und internationalen Konflikten ein Börsenhoch.

          Der Preis für das Edelmetall Gold hat mit verstärkten Spekulationen auf sinkende Zinsen seinen Höhenflug fortgesetzt und dabei den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. In der Nacht zum Freitag wurde das Edelmetall an der Börse in London zeitweise für 1453 Dollar je Feinunze gehandelt. Eine Feinunze entspricht rund 31 Gramm.

          Damit war Gold so wertvoll wie seit dem Sommer 2013 nicht mehr. In den vergangenen Wochen hatten immer neue Signale für Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten und in der Eurozone durch führende Notenbanker eine rasante Kursrally beim Goldpreis ausgelöst. Die bei Sparern populäre goldene Anlagemünze Krügerrand mit der Masse einer Unze kostete in der Ausgabe des aktuellen Jahrgangs etwa beim Edelmetallhändler Degussa am Freitag 1330 Euro.

          Seit Anfang Juni ist der Goldpreis um etwa zwölf Prozent gestiegen. Jüngster Preistreiber waren Aussagen von führenden Vertretern der amerikanischen Notenbank Fed. Der stellvertretende Notenbankchef Richard Clarida sprach sich am Donnerstagabend für eine baldige Senkung aus. „Es lohnt sich, beim ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Notlage schnell zu handeln, um die Zinsen zu senken“, sagte Clarida in einem Fernsehinterview beim Sender „Fox Business Network“.

          Gold

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          Etwa zur selben Zeit hatte sich der einflussreiche Chef der Notenbank von New York, John Williams, geäußert. Der Fed-Vertreter unterstrich ebenfalls am Vorabend die Notwendigkeit einer schnellen Zinsreaktion der US-Notenbank, sollten die Währungshüter zu dem Schluss kommen, dass sich die heimische Wirtschaft in Schwierigkeiten befinde.

          Auch der Preis für das Edelmetall Silber hat sich der Gold-Rally angeschlossen und ist steil auf mehr als 14,50 Euro je Unze Feinsilber gestiegen. Zu Wochenbeginn hatte die Silberunze in Euro gerechnet noch 13,40 gekostet. Der Silberpreis steht damit auf einem Jahreshoch – nur am 27. Februar hatte der Kurs bei 14,94 vorübergehend ein höheres Niveau erreicht. Dieses konnte er damals jedoch nicht bis zum Handelsschluss halten.

          Silber

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          Der Auftritt des Notenbankers Williams sorgte allerdings auch für Verwirrung an den Finanzmärkten. In der Nacht zum Freitag relativierte eine Sprecherin der regionalen Notenbank von New York die Aussagen von Williams. Sie seien demnach im Rahmen einer „akademischen Rede“ gefallen und seien nicht im Zusammenhang mit der aktuellen Geldpolitik zu verstehen.

          Nach den jüngsten Äußerungen aus der Fed habe der Markt eine Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte bei der nächsten Zinssitzung Ende Juli stärker eingepreist, erklärte Rohstoffexperte Daniel Briesemann von der Commerzbank den jüngsten Anstieg des Goldpreises. Er verwies auf eine starke Nachfrage nach Wertpapieren, die es ermöglichen in Gold zu investieren, ohne es lagern zu müssen. „Dass Gold in Folge der Äußerungen stark gefragt war, spiegelt sich unter anderem in ETF-Zuflüssen von fast 14 Tonnen wider“, sagte Briesemann.

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