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Edelmetalle : Goldpreis steigt auf Elf-Monats-Hoch

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Der Goldpreis legt noch einmal eine Schippe drauf. Bild: YONHAP/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nach Nordkoreas Test einer Wasserstoffbombe und den kriegerischen Tönen aus Washington gehen Anleger wieder auf Nummer Sicher und kaufen Gold. Aber nicht nur das.

          Der Goldpreis profitiert am Montag von der erhöhten Unsicherheit infolge des neuerlichen Atomtests Nordkoreas. Am Morgen kostet eine Feinunze (etwa 31 Gramm) des Edelmetalls 1337,90 Dollar. Das war der höchste Stand seit Ende September 2016. Verglichen mit Freitag legte der Goldpreis um gut 12 Dollar zu. Nordkorea hatte eigenen Angaben zufolge am Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet, die ein Vielfaches stärker ist als herkömmliche atomare Sprengsätze.

          Gold gilt vielen Anlegern als „sicherer Hafen“ und „Krisenwährung“, die in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird. Schon der jüngste Raketentest in der vergangenen Woche hatte den Preis deutlich stiegen lassen. Abzulesen sei die Rückkehr der Unsicherheit auch an den physischen Gold-Beständen der Indexfonds, schrieben die Analysten der LBBW. Diese hätten zunächst seit Anfang Juli abgenommen. Anfang August habe  dieser Trend dann gestoppt und seitdem seien die Bestände wieder um rund 40 Tonnen gestiegen.

          Allerdings weisen die Analysten auch daraufhin, dass die Schwäche des Dollar ein stützender Faktor gewesen sei. Diese werde sich aber in den kommenden Wochen vermutlich nicht so stürmisch fortsetzen. Verbesserte Wirtschaftsdaten sollten die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen wieder steigen lassen, was den Dollar  tendenziell stärken würde. Mit 1,1896 Dollar steht der Euro auch etwas unter seinem Zweieinhalbjahreshoch aus der vergangenen Woche. Zudem dürfte sich die Nachfrage aus Indien nach der Steuererhöhung vom 1. Juli vorerst noch verhalten entwickeln. Rein technisch sei  mit dem Überwinden des bisherigen Jahreshochs der weitere Weg nach oben allerdings vorerst frei.

          Gold

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          Nicht nur Gold erreichte am Montag einen neuen Höchststand. Auch der Nickelpreis erreichte ein Zwei-Jahres-Hoch, an dem auch der Kupferpreis kratzt. Der Nickelpreis stieg bis auf 12.380 Dollar für die Tonne, fiel dann aber wieder bis auf 12.035 Dollar zurück. Der Kupferpreis erreichte in Schanghai 6.915 Dollar a ton, und notiert derzeit bei 6885 Dollar.

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          Es sei eine breite Veränderung der Erwartungen, die die Metallpreise derzeit nach oben treibe, sagte Daniel Hynes, Rohstoffstratege bei der Australia & New Zealand Banking Group der Nachrichtenagentur Bloomberg. Anleger setzen derzeit auf ein nachhaltiges Nachfragewachstum, gekoppelt mit einem wenig elastischen Angebot. Das sei vor allem auf die Verschärfung der Umweltschutzbestimmungen in China zurückzuführen, aber auch die anhaltende Stahlrally  an der Warenbörse von Schanghai.

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