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Goldpreis steigt : Gelungener Jahresauftakt für Gold

Die Mehrheit der Befragten sieht das jedoch anders. Im Durchschnitt rechnen diese Institute sogar mit einem Rückgang des Goldpreises. Zur Jahresmitte sagen die befragten Analysten einen Preis von durchschnittlich 1277 Dollar je Feinunze vorher, was einem Minus um 3 Prozent gleichkommt. Zum Jahresende gehen die Fachleute dann von gut 1300 Dollar und damit nur einem leichten Abschlag aus. 200 Dollar trennen in der Umfrage den höchsten und den niedrigsten zur Jahresmitte vorhergesagten Goldpreis. Besonders pessimistisch ist die DZ Bank mit einem Preis von dann 1200 Dollar. Zum Jahresende sagen deren Analysten sogar einen Rückgang auf 1150 Dollar vorher und damit ein Minus von 13 Prozent. Hier unterscheiden sich die Vorhersagen der Umfrage sogar um 250 Dollar oder um rund ein Fünftel, da die höchste Prognose, die der LBBW, 1400 Dollar beträgt.

Die Commerzbank befindet sich mit ihren Erwartungen im oberen Mittelfeld. Der Goldpreis dürfte im Jahr 2018 seinen vor zwei Jahren begonnenen Anstieg fortsetzen, heißt es dort. Das Umfeld bleibe konstruktiv – dank einer außerordentlich lockeren Geldpolitik fast aller wichtiger Zentralbanken und in der Folge weiterhin sehr niedriger bis negativer realer Zinsen. Gleichwohl dürften politische Unsicherheiten über das ganze Jahr hinweg ständige Begleiter sein. Auch einige geopolitische Krisenherde dürften die Nachfrage nach dem Edelmetall zusätzlich begünstigen. Das spreche für einen im Jahresverlauf steigenden Goldpreis.

UBS erwartet zur Jahresmitte eher tiefere Notierungen

Etwas kritischer sehen die Fachleute der Schweizer Großbank UBS das Umfeld und gehen daher zumindest zur Jahresmitte von eher tieferen Notierungen aus. Die geldpolitische Straffung und das robuste globale Wachstum sollten das Aufwärtspotential des Goldpreises auf kurze Sicht limitieren. Die geopolitische Unsicherheit, die höhere Inflation und ein schwächerer amerikanischer Dollar dürften die Nachfrage jedoch vor allem im zweiten Halbjahr unterstützen. Die Inflation betrug in Deutschland zuletzt 1,7 Prozent.

Für ihre sehr pessimistische Gold-Prognosen hat auch die DZ Bank gute Gründe. Vor dem Hintergrund der sich fortsetzenden Zins-Normalisierung in den Vereinigten Staaten und der deswegen moderat steigenden Opportunitätskosten von Gold wird sich der Preis im Lauf der kommenden Monate strukturell in Richtung 1150 Dollar entwickeln, sagt Axel Herlinghaus, Rohstoffanalyst der DZ Bank.

Da das Institut auf Jahressicht von einer Seitwärtstendenz der Energiepreise und vor allem von Rohöl ausgeht, dürfte der Goldpreis auch von der Inflationsseite her keine signifikante Unterstützung erhalten. Preisphantasie könnte sich aber dann ergeben, wenn es zu einer ausgeprägteren Schwäche des Aktienmarktes, einer geopolitischen Eskalation oder einer „Bitcoin-Entlüftung“ kommen würde. Dies würde eine Renaissance von Gold als Hedge, als Mittel zur Absicherung, einleiten. So manches davon, möchte man sich aber dann doch nicht wünschen.

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