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Nach Glyphosat-Urteil : Aktienkurs von Bayer unter Druck

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Bayer hat angekündigt, Berufung gegen das Glyphosat-Urteil eines amerikanischen Gerichtes einzulegen. Bild: EPA

Der Bayer-Konzern soll zwei Milliarden Dollar Schadenersatz an zwei Glyphosat-Kläger zahlen. Das Urteil belastet den Aktienkurs des Unternehmens. Analysten sind dennoch optimistisch.

          Die Bayer-Aktie kommen aus ihrem Abwärtssog nicht mehr raus: Nach einer weiteren Niederlage im Glyphosat-Prozess rutscht der Kurs um 2,3 Prozent auf 55,15 Euro und damit auf ein Sieben-Jahres-Tief ab. Konzern. Für Bayer sei es nun an der Zeit, einen gerichtlichen Vergleich anzustreben, der bereits empfohlen worden sei, sagte ein Händler.

          Eine Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland hatte Bayer zu Schadenersatz in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar an ein Rentnerpaar verurteilt. Dieses macht das Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat für seine Krebserkrankungen verantwortlich.

          Zehn bis zwölf Fälle abwarten

          Nach Einschätzung von Analyst Richard Vosser von JPMorgan ist es aber noch zu früh, um die gesamten Belastungen aus Glyphosat-Prozessen bewerten zu können. Es müssten mindestens zehn bis zwölf Fälle abgewartet werden, und auch der Einspruch des Konzerns in einigen Fällen, um die Belastungen besser abschätzen zu können. Das dürfte nicht vor Mitte 2020 der Fall sein. Vosser stuft die Bayer-Aktien mit "Neutral" ein und liegt mit seinem Kursziel von 70 Euro klar über dem aktuellen Kurs.

          Andere Analysten urteilen ähnlich: Das amerikanische Analysehaus Bernstein bestätigte sein Urteil "Outperform" mit einem Kursziel von 89 Euro. Die beängstigende Schadenersatzsumme werde sicher noch reduziert, schreibt Analyst Gunther Zechmann. Er gehe letztlich von 110 Millionen Dollar aus.

          Die Baader Bank beließ ihre Einstufung bei "Buy" mit einem Kursziel von 123 Euro. Die positive Nachricht des Verkaufs des Sonnenschutz-Geschäft "Coppertone" werde von der Glyphosat-Schlappe überschattet, schreibt Analyst Markus Mayer. Inzwischen seien bis zu 80 Milliarden Euro Rechtsrisiken eingepreist - für ein Produkt, das nur für fünf Prozent der Bayer-Gewinne stehe. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Leverkusener zum Zielobjekt eines aktivistischen Investors oder zum Übernahmekandidaten werden, steige weiter. Die Investmentbank Goldman Sachs beließ die Einstufung auf "Buy" mit einem Kursziel von 77 Euro.

          BAYER

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