https://www.faz.net/-gv6-93tpv

Finanzkrise : Gläubiger von Lehman Deutschland bekommen alles zurück

  • Aktualisiert am

Blick auf die frühere Deutschland-Zentrale von Lehman Brothers in Frankfurt am Main. Bild: dpa

Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers hatte im Herbst 2008 die Welt erschüttert. Die Gläubiger der deutschen Tochtergesellschaft kommen ohne Schaden davon - allerdings sind das nicht die Zertifikatebesitzer.

          Neun Jahre nach der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ist das Insolvenzverfahren über die deutsche Tochtergesellschaft so gut wie beendet. Die 750 Gläubiger der Frankfurter Lehman Brothers Bankhaus AG werden vollständig entschädigt, sagte der Insolvenzverwalter Michael Frege der Fachzeitschrift „INDat“.

          Im Laufe des Verfahrens sei es gelungen, die verfügbare Masse des deutschen Insolvenzverfahrens von anfänglich 100 Millionen auf 17 Milliarden Euro zu steigern, sagte Frege. Das deutsche Bankhaus habe im Konzern die Rolle einer zentralen Vertriebsstelle gespielt. Das habe rechtlich die Ansprüche gestärkt.

          Das Verfahren über Lehman Bankhaus hat allerdings nichts mit den rund 50.000 deutschen Privatanlegern zu tun, die Zertifikate der niederländischen Lehman-Tochtergesellschaft erworben hatten. Je nach dem, bei welcher Bank diese ihr Depot hatten, führen sie entweder immer noch Prozesse, konnten Vergleiche abschließen, erhielten Teilentschädigungen oder Abschlagzahlungen aus eben der niederländischen Insolvenzmasse.

          Dabei waren die Verluste nicht unerheblich. Von der Targo-Bank (früher Citi) erhielten die Anleger laut Verbraucherzentrale im Durchschnitt 48,4 Prozent ihres Einsatzes zurück und durften zudem die Zertifikate behalten, die noch rund 25 Prozent des Ausgabewerts wert sein sollten. Das aber gilt als recht komfortable Lösung für die gut 2000 Geschädigten, die also im günstigsten Fall etwa ein Viertel des Geldes verloren.

          Die Gläubiger von Lehman Bankhaus sind dagegen vor allem institutionelle Anleger wie Kommunen, Länder oder Pensionskassen. Die größten Außenstände hatten dabei die Bundesbank und die Einlagensicherung der Privatbanken, die bei der Pleite zunächst eingesprungen war.

          Aus der Insolvenzmasse wurden zudem Steuern und das nicht bezifferte Honorar der Insolvenzverwaltung bezahlt. Das Verfahren werde voraussichtlich noch in diesem Jahr geschlossen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Plan der Regierung : Wie das Klima besser werden soll

          Die Spitzen der Koalition haben sich auf eine Klimastrategie geeinigt. Künftig müssen für CO2-Ausstoß Zertifikate gekauft werden, der Plan einer CO2-Steuer ist dafür vom Tisch. Für Bürger sollen im Gegenzug einige Entlastungen kommen.
          Millionen Zuschauer wollen die Fußball-Nationalmannschaft spielen sehen. Doch auf welchem Sender können sie das künftig?

          Telekom kauft alle Live-Rechte : Fußball-EM 2024 erstmals ohne ARD und ZDF

          Die Telekom hat sich die Live-Rechte an allen 51 Spielen der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland im Jahr 2024 gesichert. Das hat die F.A.Z. exklusiv erfahren. Damit gehen die Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF erstmals leer aus.

          Verfassungsschutz bei Youtube : Humor gegen Dschihadismus

          Nordrhein-Westfalens Verfassungsschutz will den Salafismus dort bekämpfen, wo er bisher freie Hand hatte: in der Youtube-Welt der Jugend. Ein Satire- und ein Informationsformat klären über das Thema auf.
          In einem Bierzelt wie diesem kam es auf der Münchner Wiesn zum sexuellen Übergriff.

          Übergriff auf dem Oktoberfest : Wiesn-Grabscher zu Geldstrafe verurteilt

          Im vergangenen Jahr kam es auf dem Münchner Oktoberfest zu einem sexuellen Übergriff, bei dem ein Mann einer Frau an Brust und Gesäß griff. Kurz vor Beginn des diesjährigen Fest ist nun das Strafmaß verkündet worden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.