https://www.faz.net/-gv6-9n0dl

Gewinnmitnahmen belasten : Autoaktien auf der Verkaufsliste

  • Aktualisiert am

BMW-Mitarbeiter arbeiten in der Produktion des BMW i8 im Werk Leipzig. Bild: dpa

Am Donnerstag prägen Gewinnmitnahmen den Aktienmarkt. Vor allem der Autosektor leidet, nachdem gestern die Autowerte noch den Dax angeschoben hatten. Im Fokus steht BMW.

          1 Min.

          Nach dem Vortagessprung des Dax bis auf fast 12.100 Punkte haben Anleger am Donnerstag erst einmal einen Teil der Gewinne mitgenommen. Der Dax verbucht am frühen Mittag ein leichtes Minus von 0,2 Prozent auf 12.075 Zähler, der F.A.Z.-Index meldet zur gleichen Zeit einen Abschlag von 0,3 Prozent auf 2264 Punkte.

          Am Vortag war noch Erleichterung auf dem Parkett zu spüren gewesen nach Meldungen, wonach Präsident Donald Trump seine bis Samstag anstehende Entscheidung über die Einführung von Zöllen auf Autoimporte aus der EU verschieben will. Die Aktien aus dem Automobilsektor hatten daraufhin kräftig zugelegt und den Gesamtmarkt mit angeschoben.

          Am Donnerstag droht den deutschen Autoaktien nach ihrem Vortagessprung schon wieder die Luft auszugehen. Die Kurse von BMW, Daimler und Volkswagen notieren im hinteren Drittel der Dax-Liste mit Abschlägen von bis zu 1,6 Prozent.

          Der BMW-Konzern hält zudem heute seine Hauptversammlung ab und gibt sich auf dem Aktionärstreffen kämpferisch. BMW will die drohende milliardenschwere Kartellstrafe der EU nicht auf sich sitzen lassen. „Die von der EU-Kommission erhobenen Vorwürfe sind unberechtigt", bekräftigte der Chef des Autobauers, Harald Krüger laut Redetext. „Deshalb wehren wir uns mit allen rechtlichen Mitteln - wenn erforderlich." BMW habe keine geheimen Absprachen mit anderen Autobauern zum Nachteil der Kunden getroffen. „Unser Ziel war die zulässige Abstimmung von Industriepositionen", betonte Krüger.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die EU-Kommission vermutet illegale Kartellabsprachen unter den deutschen Autobauern in der Abgasreinigungstechnik. BMW, Daimler und Volkswagen sollen von 2006 bis 2014 gegen Vorschriften verstoßen haben, indem sie sich bei der Technik zur Reinigung von Diesel-Autos und Benzinern von Schadstoffen abstimmten.

          BMW ST

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Angesichts der angedrohten Buße hatte BMW im ersten Quartal 1,4 Milliarden Euro Rückstellungen gebildet, die den Konzern in die Verlustzone drückten. Für das laufende Jahr rechnen die Münchner nur noch mit einer operativen Umsatzrendite von 4,5 bis 6,5 Prozent. "Operativ bleiben wir auf Kurs für das Gesamtjahr", sagte Krüger. Die Rivalen Daimler und VW könnten glimpflicher davonkommen. Der Stuttgarter Autobauer könnte um eine Strafe ganz herumkommen, weil er rechtzeitig ausgepackt hat. Volkswagen könnte mit einer geringen Strafe davonkommen, da der Konzern die Wettbewerbshüter ebenfalls informierte.

          Weitere Themen

          Die Angst hilft dem Gold

          FAZ Plus Artikel: Edelmetall : Die Angst hilft dem Gold

          Der Edelmetallkonzern Heraeus hält in diesem Jahr einen historischen Höchststand für den Goldpreis von 2120 Dollar für möglich. Neben der Angst vor Inflation könnte auch die Angst vor Krieg Investoren zeitweise in das Edelmetall treiben.

          Topmeldungen

          Boris Johnson am Mittwoch in London

          Noch eine Affäre : Fliegende Hunde bringen Johnson weiter in Bedrängnis

          Während die britischen Abgeordneten dem „Partygate“-Bericht entgegenfiebern, muss sich Premierminister Johnson jetzt auch noch zu einer Hundeaffäre verhalten. Hat er deren Evakuierung aus Afghanistan angeordnet?
           Die Biontech-Gründer haben noch viel vor: Uğur Şahin und seine Frau Özlem Türeci wollen die Krebstherapie verbessern und sich für eine gerechtere Medizin einsetzen.

          Biontech-Gründer im Interview : „Dem Krebs die Stirn bieten“

          Ihr mRNA-Impfstoff hat Özlem Türeci und Uğur Şahin berühmt gemacht. Die Biontech-Gründer haben aber noch viel größere Ziele. Im Interview sprechen sie über einem Krebsimpfstoff – und die Vorstellung einer postpandemischen Welt.