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Gesunkener Ölpreis : Saudi-Arabien will Förderung drosseln

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Ölfeld in Saudi-Arabien Bild: dpa

Saudi-Arabien will im Dezember pro Tag 500.000 Barrel Erdöl weniger produzieren. So planen die Saudis den Preisverfall seit Anfang Oktober zu stoppen. Das dürfte vor allem einen ärgern.

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          Saudi-Arabien hat eine Drosselung seiner Erdölförderung angekündigt. Der weltweit größte Öl-Exporteur wolle im Dezember pro Tag 500.000 Barrel weniger produzieren, sagte Energieminister Chaled al-Falih am Sonntag dem saudi-nahen Nachrichtenkanal Al-Arabija zufolge. Die aktuelle Förderquote liegt nach einer Erhöhung im Oktober bei 10,7 Millionen Barrel pro Tag.

          Die Kürzung entspricht damit knapp 5 Prozent der derzeitigen Förderung und soll den Preisverfall seit Anfang Oktober stoppen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete vor wenigen Wochen noch mehr als 85 Dollar und fiel bis jetzt auf etwa 70 Dollar.

          Die Maßnahme Saudi-Arabiens dürfte vor allem dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump nicht gefallen: Dieser vertritt seit längerem die Position, das Erdölkartell Opec treibe mit seiner Angebotspolitik die Erdölpreise nach oben. Trump hatte die Opec in den vergangenen Monaten mehrfach aufgefordert, Maßnahmen zur Senkung der Rohölpreise zu ergreifen. Saudi-Arabien hat dagegen als Produzent natürlich Interesse an höheren Erlösen – zumal die Ölpreise in den vergangenen Jahren sehr niedrig waren.

          Derweil haben sich am Montag die Ölpreise spürbar von ihren starken Verlusten in den vergangenen Wochen erholen können. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 71,61 Dollar. Das waren 1,43 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 85 Cent auf 61,04 Dollar.

          Die Preiszuwächse am Rohölmarkt folgen auf eine lange Verluststrecke. Seit Anfang Oktober sind die Ölpreise um rund 20 Prozent gefallen. Wichtigster Grund war, dass die USA ihr Ölembargo gegen Iran wesentlich schwächer umgesetzt haben, als dies im Vorfeld erwartet worden war. Weil große Förderer in Erwartung harter Sanktionen ihre Ölproduktion hochgefahren haben, droht ein Angebotsüberschuss, auf den die Produzenten jetzt mit Kürzungen zu reagieren scheinen.

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