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Langfristprognosen : Traurige Ertragsaussichten für ausgewogene Depots

Die langfristigen Aussichten am Kapitalmarkt stimmen eher melancholisch. Bild: dpa

Im kommenden Jahrzehnt wird ein ausgewogenes Depot nicht einmal mehr drei Prozent bringen. Dafür wird das Risko dreimal höher sein. Was tun?

          2 Min.

          Das Jahr geht zu Ende, es ist Zeit für Ausblicke auf 2021. Doch Geldanlage ist eigentlich langfristigerer Natur. Daher blicken einige Vermögensverwalter jetzt auch auf das kommende Jahrzehnt. Darunter auch die Fondsgesellschaft JP Morgan AM, die seit 25 Jahren regelmäßig langfristige Annahmen für die kommenden zehn bis 15 Jahre veröffentlicht. Diese sollen besonders institutionellen Kunden helfen, ihre Anlagestrategie zu planen. Aber auch für langfristig denkende Privatanleger sind diese Hinweise wertvoll. Prognosen gibt es für mehr als 200 Anlageklassen in 16 Währungen. Dabei gilt als eine zentrale Kenngröße das klassische, ausgewogene Portfolio mit 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Renten.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          JP Morgan hat keine guten Nachrichten. Vor zwölf Jahren lag die Prognose für ein solches Portfolio in Euro bei jährlich rund 6,5 Prozent. Mittlerweile liegt sie bei nur noch 2,7 Prozent – noch einmal 0,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Hintergrund sind nicht zuletzt deutlich geringere Erwartungen an eine Normalisierung der Geldpolitik. Die weitere Lockerung im Nachgang der Corona-Krise sowie die Notwendigkeit, die Staatshaushalte zu stützen, und die niedrige Inflation lassen laut Portfoliomanager Michael Feser wenig Hoffnung auf höhere Zinsen. Die Prognose für den normalen Geldmarktzins bleibt zwar mit 1 Prozent für den Euroraum gleich, doch vor 2026 werde der wohl nicht mehr erreicht – zwei Jahre später als zuletzt angenommen. Die durchschnittliche Ertragserwartung fällt damit von 0,6 Prozent auf 0,2 Prozent.

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