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Geldanlage : „Wer auf den richtigen Moment wartet, wird bestraft“

JP-Morgan-Fondsmanager Michael Schoenhaut Bild: Gary Spector

Michael Schoenhaut verwaltet für J.P. Morgan AM 29 Milliarden Dollar – die derzeitige Marktlage beunruhigt ihn nicht.

          1 Min.

          Wer über ein Vermögen von mehr als 29 Milliarden Dollar wacht, schläft dieser Tage vermutlich unruhiger als sonst. Rund um den Globus sorgt das Coronavirus (Covid-19) an den Börsen derzeit für Unsicherheit. Der New Yorker Fondsmanager Michael Schoenhaut, der mit dem Global Income Fund für J.P. Morgan AM seit mehr als 11 Jahren für einen der größten Mischfonds der Welt verantwortlich ist, sieht der Ausbreitung des Virus aber gelassener entgegen.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zwar werden etwa die Tourismusbranche oder der Markt für Luxusgüter in der kurzen Frist stärker unter dem Virus leiden, sagt Schoenhaut – auch Unternehmen mit komplexen Lieferketten wie Apple. Langfristig werde der Trend des globalen Wachstums aber weitergehen, auch wenn die Volatilität erst einmal hoch bleiben werde.

          Das werde sich auch in den Quartalszahlen vieler Unternehmen für das erste Viertel 2020 bemerkbar machen. Auch ziehe sich der Ausbruch des Virus schon länger hin, als die meisten es erwartet hatten. Einige Unternehmen könnten dadurch in einen Liquiditäts-Engpass geraten, sagt Schoenhaut. Abhilfe könnten die Zentralbanken schaffen, glaubt der New Yorker. Auf lange Zeit hin habe das Virus aber nur einen minimalen Effekt auf das Wachstum und die Unternehmensgewinne, beschwichtigt er.

          Ob der Zeitpunkt aktuell günstig für einen Einstieg in bestimmte Aktien sei, lotet Schoenhaut noch aus. „Wir beobachten die Bewegungen am Markt genau“, sagt der Fondsmanager dazu. Er fügt jedoch hinzu, dass man derzeit so positioniert sei, verstärkt Aktien ins Portfolio zu nehmen. Dass es aber den „einen“ richtigen Zeitpunkt für den Einstieg gebe, sieht er nicht. Wer immer nur auf den richtigen Moment warte, werde dafür bestraft. Dennoch betont er, dass er kein großes Risiko aufnehme. Der Fonds verfolge eine langfristige Strategie. Man wolle konstante Renditen und nicht die höchsten. „Ich bin vermutlich langsamer als andere, etwas Neues ins Portfolio zu nehmen.“

          Aus Schoenhauts Sicht sind die niedrigen und teils negativen Zinsen weltweit dagegen eine viel größere Bedrohung für die langfristige Anlage. Diese führen zu einem der größten Umbrüche an den Finanzmärkten seit langer Zeit. Das treffe vor allem Sparer, die für ihr Alter vorsorgen wollen. Die negativen Zinsen seien das „Schlimmste“, was den Sparern passieren könne.

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