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„Come back on St. Legers day“ : Jetzt diese Aktien kaufen?!

„Crystal Ocean“ mit Jockey Ryan Moore gehört am Samstag bei den St. Leger Stakes zu den Favoriten. Bild: Picture-Alliance

Im Mai verkaufen, im September kaufen, sagt eine alte Börsenweisheit. FAZ.NET zeigt die Favoriten. Aber auch, dass man nicht alles glauben soll, was gesagt wird.

          Es ist mal wieder September. Und was ist daran so Besonders? Nun, wenn man alten Börsenweisheiten anhängt, so ist es Zeit, jetzt wieder Aktien zu kaufen - bis zum nächsten Mai. „Sell in May and go away / come back on St. Leger's day“, heißt das Motto. Doch es ist umstritten ist, ob es überhaupt gilt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Historisch steht es dafür, dass die vermögende britische Elite des 19. und frühen 20. Jahrhunderts während der Rennsaison für dreijährige Vollblutpferde London und die Börse verließen. Die Saison beginnt traditionell im Mai mit dem „2000 Guineas“-Rennen in Newmarket nahe Cambridge. Saison-Abschluss sind die St Leger Stakes in Doncaster, die diesmal am 16. September stattfanden.

          Schon seit einigen Jahren beobachtet FAZ.NET die Entwicklung der Aktienkurse zwischen dem St. Leger’s Day und den 2000 Guineas. Und dabei haben sich einige Aktien herausgeschält, die in den vergangenen zehn Jahren immer zu den Gewinnern gehört haben.

          Die Liste ist in diesem Jahr mit 16 Titeln wieder länger geworden. Dabei sind sieben neue dabei, von den 12 Titeln des Vorjahres sind vier herausgefallen, darunter die illiquide Aktie der deutschen Immobiliengesellschaft Dinkelacker, die die jüngste Börsensaison mit einem Minus von 1,5 Prozent abschloss.

          Bitter ist auch der Abschied vom amerikanischen Öl- und Gasförderer Range Resources. Nach der negativen Kursentwicklung der vergangenen mehr als drei Jahre (minus 80 Prozent!) ist das aber auch kein Wunder. Diesmal gab es auch zwischen den St. Legers Stakes und den 2000 Guineas ein sattes Minus von 38 Prozent. Schon im vergangenen Jahr hatten wir daran gezweifelt, dass Range das Kunststück noch einmal gelingen würde.

          Somit ist der Schweizer Warenprüfkonzern SGS nun die einzige Aktie, die seit nun mehr 15 Jahren zwischen September und Mai immer einen Gewinn brachte.

          Dabei ist die Geschäftsentwicklung der Schweizer, zu denen auch das deutsche Institut Fresenius gehört, gar nicht so berauschend. 2016 stiege zwar der Umsatz weider, doch schrumpfte der Jahresüberschuss abermals. Das erste Halbjahr brachte einen Umsatz- und Gewinnanstieg um 5 Prozent, lief also besser. Doch das war 2016 ähnlich gewesen. 

          Mit einem KGV von knapp 24 ist die Aktie ähnlich hoch bewertet wie vor 12 Monaten. Die Dividendenrendite ist mit 3,3 Prozent leicht gesunken.

          Seit zehn Jahren dabei zu sein ist aber auch beachtlich. Allzumal alle neun Aktien, die im vergangenen Jahr dabei waren, schon seit 2014 zu den konstanten Gewinnern zählen.

          Die Erträge der vergangenen zehn Perioden fallen höchst unterschiedlich aus, sind aber mit einem Spitzenwert von 61 Prozent, den der amerikanische IT-Dienstleister Eplus in der vergangenen Saison erzielte, nicht exorbitant hoch. Zum Vergleich: Damit liegt Eplus unter den 17.640 in Deutschland gehandelten Aktien gerade einmal auf Platz 1181.

          Durchschnittlich beläuft sich der Ertrag pro Saison auf rund 20 Prozent. Mit durchschnittlich 33 Prozent ist das britische Online-Casino GVC knapper Spitzenreiter vor der amerikanischen Reise-Plattform Priceline und Eplus.

          Der kleine deutsche Standardwert

          Die längerfristige durchschnittliche Ertragsentwicklung für die neun seit 2004 ertragbringenden Aktien ist mit mehr als 21 Prozent noch etwas besser. Klarer Spitzenreiter mit 35 Prozent ist hier übrigens ein deutsches Unternehmen: Atoss Software.

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