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Dax beschleunigt Talfahrt : Gea schlägt Anleger mit trüben Aussichten in die Flucht

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Der Maschinenbauer Gea hat seine mittelfristigen Ziele gestrichen und seine Prognosen für 2019 gesenkt. Bild: dpa

Der Anlagenbauer Gea hat seine Mittelfristziele kassiert, einen Gewinnrückgang für 2019 ankündigt und damit Anleger und Analysten enttäuscht. Der Aktienkrus fiel zeitweise um mehr als 16 Prozent.

          Trotz Branchenboom kommt der Anlagenbauer Gea nicht aus der Krise. Wenige Tage vor seinem Abgang als Vorstandschef kassierte Jürg Oleas nicht nur seine Mittelfristziele, sondern kündigte zudem auch einen Gewinnrückgang für das laufende Jahr an. Das nahmen die Anleger dem Unternehmen übel: Der Aktienkurs fiel am Donnerstag zeitweise um mehr als 16 Prozent und markierte damit den tiefsten Stand seit Juni 2012. Zuletzt betrug das Minus noch 12,5 Prozent bei 20,01 Euro.

          Der Ausblick sei enttäuschend und die operative (Ebitda) Gewinnprognose liege weit unter den Markterwartungen, sagte Baader-Analyst Peter Rothenaicher. Die Glaubwürdigkeit des Unternehmens leide zunehmend. Auch die Experten von Barclays senkten den Daumen und nahmen ihr Kursziel auf 22 Euro von 27 Euro zurück.

          Bei Hauck & Auffhäuser steht das Papier auf der Verkaufsliste. Das Analysehaus Warburg Research stuft Gea von „Hold“ auf „Sell“ ab und senkte das Kursziel von 25,60 auf 17 Euro. Der steigende Kostendruck habe bei dem Anlagenbauer eine abermalige Gewinnwarnung nach sich gezogen, schrieb Analyst Cansu Tatar in einer Studie. Die Warnung sei deutlich gewesen und lege nahe, dass auch Geschäftsbereiche, die sich bislang gut entwickelt haben, unter Druck geraten seien.

          GEA GROUP

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          Oleas wird Firmenangaben zufolge Ende kommender Woche den Chefsessel an den ehemalige Schuler-Chef Stefan Klebert übergeben. Er ist schon seit Mitte November in der Vorstandsriege. Oleas hatte in den vergangenen Jahren trotz aufwendiger Restrukturierungen mehrfach seine Ziele verfehlt, während die deutsche Maschinenbaubranche derweil von Rekord zu Rekord eilte. Gea-Aktionär Elliott forderte daher einen raschen Rücktritt des Managers und eine Überprüfung der Firmenstrategie.

          Anleger nehmen Gewinne mit

          Derweil haben durchwachsene Quartalsberichte und abermalig rückläufige Daten aus der deutschen Industrie zu Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt geführt. Schwach erwartete amerikanische Börsen trübten die Stimmung der Anleger zusätzlich. Bis zum Nachmittag sackte der deutsche Leitindex um 1,8 Prozent auf 11.117,2 Punkte ab und weitete so an seine leichten Vortagsverluste kräftig aus. Abermals gerieten dort außerdem die Notierung des Dax-Neulings Wirecard unter Druck.

          Abermals hat die „Financial Times“ Vorwürfe erhoben. Zwei leitende Angestellte von Wirecard in der Firmenzentrale hätten zumindest in gewissem Umfang Kenntnis von einem sogenannten 'round tripping scheme' in der Tochtergesellschaft in Singapur gehabt.
          Wirecard wies den Bericht auf Anfrage von Bloomberg News entschieden zurück: „Wir bestätigen noch einmal unsere Stellungnahme von Montag, den 04. Februar 2019. Der Artikel ist komplett unwahr", hieß es in einer Stellungnahme.

          Derweil hat die Münchner Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass ihr keine Hinweise auf kriminelle Kursmanipulation durch die Konzernspitze vorliegen. "Wir haben keinen ausreichenden Anfangsverdacht, um ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Wirecard einzuleiten", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst am Donnerstag in München.

          WIRECARD

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          Am Dienstag noch war der Dax auf den höchsten Stand seit Dezember geklettert und hatte sein Plus seit Jahresbeginn auf fast 8 Prozent ausgebaut. „Die Anleger nehmen Gewinne mit, aber die Umsätze an der Börse sind sehr moderat“, sagte Thorsten Engelmann, Aktienhändler bei der Investmentbank Pareto. Das Hauptaugenmerk liege auf den Bilanzzahlen sowie den Produktionsdaten. Vor allem letztere hatten enttäuscht. In Deutschland war die Gesamtproduktion im Dezember überraschend zum nun vierten Mal in Folge gesunken. Das setzt vor allem konjunktursensiblen Aktien zu.

          Thyssen-Krupp unter Druck

          Unternehmensseitig standen weitere Quartalsberichte und Ausblicke im Fokus der Anleger, die großteils enttäuschten. Im Dax etwa wurden die Aktien von Thyssen-Krupp neben Konjunktursorgen auch von den Geschäftszahlen der Branchenkollegen Voestalpine und Arcelor Mittal belastet und büßten etwas mehr als 4 Prozent ein. Zudem äußerte sich das Bankhaus Metzler noch etwas vorsichtiger zum Essener Stahl- und Industriekonzern.

          Auch Autowerte wie Daimler, die tags zuvor mit schwachen Zahlen und dem Dividendenausblick die Anleger verstimmt hatten, schwächelten in ganz Europa. Deutsche Branchentitel verloren um die 3 bis 4 Prozent. Auch hier spielen die Sorgen vor der sich abschwächenden Wirtschaft eine zentrale Rolle. Außerdem sind die Zollstreitigkeiten noch nicht vom Tisch. Der Autosektor büßte als Schlusslicht unter den 19 europäischen Sektorindizes knapp 4 Prozent ein.

          DAX ®

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