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Fußballklub an der Börse : Unterhaching verliert Hauptsponsor

Der Fußballklub Unterhaching verliert in der Corona-Krise seinen Hauptsponsor. Bild: dpa

Der Drittligist Unterhaching verliert seinen Hauptsponsor. Der Aktienkurs steigt – was aber wohl eher an der Aktie als an der Nachricht liegt.

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          Der Stillstand durch die Corona-Krise trifft auch den Profi-Fußball hart. Nicht so viel Sorgen machen sich die Vereine wirtschaftlich wegen fehlender Zuschauererlöse, weil die Fernsehgelder wesentlich wichtiger sind – bis in die 3. Liga.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine latente Sorge ist das Abspringen von Sponsoren. Deutschlands nach Borussia Dortmund zweiter börsennotierter Fußballklub, der Drittligist Spielvereinigung Unterhaching, musste nun den Rückzug eines Sponsors vermelden.

          Ohne Angabe von Gründen gab die Fußball GmbH & Co. KGaA des Vereins bekannt, dass der Hauptsponsor Frostkrone Tiefkühlkost nach mehr als zwei Jahren den Sponsorenvertrag vorzeitig für die Saison 2020/2021, das heißt zum 30. Juni 2020, gekündigt habe. Damit entgeht dem Verein aus der Münchener Vorstadt eine vertraglich vereinbarte Leistung von 450.000 Euro, sofern die Hachinger in der 3. Liga blieben.

          „Unsichere Zeiten“

          Am Dienstag äußerte sich dann Frostkrone-Chef Frédéric Dervieux: „Wir stehen unsicheren Zeiten gegenüber. Die Sicherung des Unternehmens und damit der Arbeitsplätze hat in dieser Zeit oberste Priorität. In erster Linie haben wir Verantwortung für unsere Mitarbeiter und müssen Sorge tragen, dass es unserem Betrieb und den Beschäftigten weiterhin gut geht.“

          Gern hätte man mit diesem Schritt noch gewartet, sei aber durch Fristen jetzt dazu gezwungen gewesen. Man könne die wirtschaftliche Lage derzeit nicht absehen und müsse vorausschauend handeln, sagte Dervieux.

          Aufgrund der Internationalisierung der vergangenen Jahre habe man auch die Belange der Mitarbeiter in anderen Ländern berücksichtigen müssen. „Wir haben bei den Verantwortlichen deutlich gemacht, dass die jetzt getroffene  Entscheidung nicht für alle Zeit gelten muss. Wenn sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland und Europa erholt und unsere Unternehmensgruppe wieder auf festem Boden steht, setzen wir uns gern wieder zusammen“, sagte Dervieux.

          SPIELVGG UNTERHACH. NA ON

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          Bezogen auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19 ist das immerhin ein Sechstel der Einnahmen, das dem Klub dadurch verloren geht und das zu einem Zeitpunkt, da der Fußballbetrieb ruht und niemand weiß, wann und wie genau es weitergeht.

          Zwar stieg kurz darauf der Kurs an der Börse Tradegate um 3,5 Prozent auf 7,40 Euro, doch ist die Aussagekraft bei der generell in überschaubarem Umfang und am Montag äußerst schwach gehandelten Aktie sehr eingeschränkt. Tatsächlich wurden im Zuge der einer einzigen kurstreibenden Transaktion nur zwei Aktien gekauft. In den mehr als fünf Stunden davor war die Aktie auf Tradegate gar nicht gehandelt worden – und das ist noch der Handelsplatz mit dem größten Umsatz.

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