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China gibt grünes Licht : Linde-Praxair-Fusion rückt näher

  • Aktualisiert am

Das Münchner Unternehmen Linde will mit Praxair fusionieren. Bild: Reuters

Die Börse sieht die Fusion der Gasehersteller Linde und Praxair zum Weltmarktführer auf gutem Weg. Die chinesische Kartellbehörde hat ihre Genehmigung erteilt. Die Linde-Aktie steht an der Spitze der Gewinnerliste.

          Linde ist der Fusion mit Praxair einen weiteren Schritt näher - und die Aktie zum Wochenbeginn entsprechend stärkster Dax-Wert. Der Kurs der Anteile am Industriegasekonzern, die von den Anlegern bereits zum Umtausch eingereicht wurden, kletterten am Vormittag um 6,1 Prozent auf 216,10 Euro. Sie näherten sich damit wieder dem Jahreshoch aus dem Juli bei 217 Euro an. Grund für die Gewinne war die Zustimmung der chinesischen Wettbewerbsbehörde (SAMR) zur Verschmelzung mit Praxair.

          Analyst Andreas Heine von Mainfirst sprach von einem großen Schritt vorwärts beim Zusammengehen der Konzerne. Auch die US-Wettbewerbsbehörde FTC dürfte nun bald grünes Licht geben. Deren Zustimmung gilt als entscheidend, wie Analyst Knud Hinkel von Equinet anmerkte. Unwichtig ist das Placet aus China damit aber nicht. China sei ein wichtiger Markt für die Unternehmen, zumal die Wachstumsraten deutlich über dem internationalen Durchschnitt liegen, so Hinkel.

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          Auch andere Behörden müssen noch entscheiden, doch gilt deren Ja eher als Formalität. Weder von den europäischen Wettbewerbshütern, die noch über die geplanten Verkäufe entscheiden müssen, noch von Südkorea erwartet Heine Stolpersteine. Aktuell preise das Kursverhältnis von Linde und Paxair eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent ein, dass die Transaktion über die Bühne geht. Von der gestiegenen Wahrscheinlichkeit sollte der Linde-Kurs profitieren.

          Jeder Fortschritt ist derzeit wichtig, denn laut Wertpapiergesetz muss die Fusion spätestens am 24. Oktober abgeschlossen sein. Linde und Praxair wollen sich zum größten Industriegasehersteller der Welt zusammenschließen. Mit 80.000 Mitarbeitern und rund 28 Milliarden Euro Jahresumsatz würden sie ein Viertel des Weltmarkts beherrschen.

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