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Aktie auf Vierjahres-Tief : Fresenius-Aktienkurs bricht um 17 Prozent ein

  • Aktualisiert am

Der Gesundheitskonzern Fresenius verabschiedet sich von den Zielen für das Jahr 2020. Bild: dpa

Jahrelang ging es für die Fresenius-Aktie nur nach oben, ein Liebling an der Börse. Jetzt muss der Gesundheitskonzern zum zweiten Mal binnen weniger Wochen Abstriche bei seinen Geschäftszielen machen und verprellt damit massiv die Anleger.

          Beim lange erfolgsverwöhnten Gesundheitskonzern Fresenius häufen sich die Probleme. Am späten Donnerstag überraschte der Dax-Konzern schon zum zweiten Mal binnen weniger Wochen mit einer Gewinnwarnung. Das Unternehmen kappt wegen noch mehr Gegenwinds im laufenden Geschäft und hohen Investitionen seine mittelfristigen Ziele für Umsatz und Gewinn. Vor allem in seinen Privatkliniken in Deutschland und im Geschäft mit Nierenerkrankungen bei der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) bekommt der Konzern Druck.

          An der Börse reagieren Anleger geschockt und verkaufen das Dax-Papier. Der Aktienkurs bricht am Freitagnachmittag über 17 Prozent auf unter 40 Euro ein, der tiefste Stand seit vier Jahren. Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Fresenius SE  auf „Sell" mit einem Kursziel von 51,50 Euro belassen.

          Auf Basis der derzeitigen Erwartungen für 2018 und 2019 sei nicht mehr damit zu rechnen, dass die Ziele für 2020 erreicht würden, erklärte Fresenius in Bad Homburg. Ab 2020 sei ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Bereich zu erwarten. Das Konzernergebnis soll dann etwas stärker wachsen.

          FRESENIUS

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          Erst Mitte Oktober hatte sich der Konzern skeptischer für das laufende Jahr gezeigt, FMC musste die Ziele gar senken. Der Dialysespezialist leidet unter schwächelnden Geschäften mit Nierenerkrankungen im wichtigen amerikanischen Markt und den wirtschaftlichen Turbulenzen in Schwellenländern, wie die Hyperinflation in Argentinien. Und in den knapp 90 Privatkliniken von Fresenius Helios hierzulande, darunter Berlin, Erfurt und Wiesbaden, belastet der Trend zu ambulanten Behandlungen: Weniger Patienten bleiben über Nacht, was die Einnahmen drückt.

          Fresenius-Chef Stephan Sturm sprach in einer Telefonkonferenz am Freitag von einem Übergangsjahr 2019. Lange war der Konzern stark gewachsen, Übernahmen wie die des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud sorgten für immer neue Gewinnbestmarken - 2018 winkt das 15. Rekordjahr in Folge. Zuletzt aber häuften sich die Probleme. Erst in letzter Sekunde konnte Sturm die geplante Übernahme des amerikanischen Konzerns Akorn abwenden, die als teurer Fehlschlag galt.

          Dividende soll weiter steigen

          Für das kommende Jahr rechnet Sturm mit einer Stagnation des bereinigten Gewinns. Der Umsatz dürfte aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Ursprünglich wollte Fresenius bis 2020 beim Umsatz jährlich um bis zu zehn Prozent und beim Konzernergebnis um bis zu 12,6 Prozent zulegen.

          Um das Wachstum anzukurbeln, will der Konzern mehr Geld für die Forschung und Entwicklung ausgeben. „Wir bleiben sehr zuversichtlich für den mittel- und langfristigen Wachstumskurs“, sagte Sturm. Übernahmen seien in den mittelfristigen Erwartungen nicht enthalten, aber auch künftig „ein wesentlicher Treiber“. Die Aktionäre will er mit steigenden Dividenden bei der Stange halten. Sie sollen trotz der 2019 erwarteten Gewinnstagnation eine höhere Ausschüttung erhalten.

          FMC

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          Der Dialyse-Spezialist FMC, der wie Fresenius im Dax notiert ist, stellt sich für das kommende Jahr nur auf ein Konzernergebnis etwa auf dem Niveau von 2018 ein. Anleger trennten sich in Scharen von FMC-Aktien, nachdem das Unternehmen sie schon im Oktober mit einer Senkung der Jahresziele vergrault hatte. Die Aktienkurse rutschen am Freitag um bis zu gut neun Prozent ab.

          Für 2018 rechnet FMC noch mit einem Ergebnisanstieg von elf bis zwölf Prozent. Der Umsatz soll solide wachsen. Mit der Übernahme des amerikanischen Unternehmens NxStage, das auf Blutwäsche zu Hause spezialisiert ist und dem Ausbau von Geschäften in Märkten wie China stünde „ein Jahr der Investitionen“ bevor, sagte Vorstandschef Rice Powell.

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