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Internationale Finanzmärkte : Fondsmanager gehen wieder mehr Risiken ein

Die Stimmung an den Börsen ist gut, Fondsmanager gehen wieder mehr Risiken ein Bild: Reuters

Institutionelle Anleger sind wieder etwas zuversichtlicher geworden. Defensive Anlagen sind nicht mehr so gefragt, beliebt ist vor allem eine Anlageregion.

          Institutionelle Anleger sind im Juli wieder etwas zuversichtlicher geworden. Dies ergibt eine Umfrage von Bank of America Merrill Lynch unter 207 Fondsmanagern, die auf der Welt zusammen 598 Milliarden Dollar verwalten. In ihren Portfolios sind sie wieder höhere Risiken eingegangen, wobei die Tendenz weg von defensiven Anlagen hin zu zyklischen Investments ging – also weg von Anleihen, Immobilienfonds und Versorgern hin zu europäischen Aktien und den Bereichen Industrie sowie Banken.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Ihre durchschnittlichen Barmittelbestände sind demnach von 5,6 (im Juni) auf 5,2 Prozent gefallen, blieben aber oberhalb des Zehn-Jahres-Durchschnitts von 4,6 Prozent. Passend zur höheren Risikofreude sind unter den Regionen die Schwellenländer am beliebtesten. Netto 23 Prozent der Fondsmanager haben „Emerging Markets“ in ihren Portfolios übergewichtet, das heißt: Um diesen Prozentsatz übersteigt der Anteil der Optimisten den der Pessimisten. Ihnen folgen Amerika und der Euroraum mit einem Übergewicht von jeweils 9 Prozent.

          Die Zurückhaltung der amerikanischen Notenbank Fed und die relative Ruhe im Handelsstreit mit Amerika hätten die Investoren veranlasst, ihre Barmittel zu reduzieren und mehr Risiken einzugehen, sagt Michael Hartnett, Chefanlagestratege der Bank. Jedoch bestimmten die Erwartungen zum Rückgang der Unternehmensgewinne und der Deflation der Schulden noch immer die Stimmung. Hauptsorge bleibt demnach ein Handelskrieg, gefolgt von geldpolitischer Machtlosigkeit, Wachstumsverlangsamung in China und einer Blase an den Anleihemärkten. Netto drei Viertel der Investoren glaubt, dass der Konjunkturzyklus ein Risiko für die Finanzmarktstabilität bedeutet – ein Acht-Jahres-Hoch.

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