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Kapitalmarktrecht : Schwere Zeiten für Fondsanleger

Mit Argusaugen auf den Anleger: Weder Aufsicht noch Fondsgesellschaften wollen seine Anlagefreiheit bewahren Bild: Picture-Alliance

Ein Aufsichtsgremium der EZB fordert hohe Ausstiegshürden in Krisenzeiten. Auch die Fondsbranche wünscht sich mehr Instrumente gegen die Flucht der Anleger. Ist deren Entscheidungsfreiheit bedroht?

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          Schwere Zeiten für Fondsanleger: Weder Aufsicht noch Fondsgesellschaften wollen seine Anlagefreiheit bewahren. Im Gegenteil: Branche und Aufseher gehen Hand in Hand. Beide befürworten für Krisenzeiten höhere Ausstiegshürden. Der Verband der deutschen Fondsgesellschaften, der BVI, spricht von Instrumenten gegen die Anlegerflucht. Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB), den der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, leitet, hat vor kurzem Vorschläge unterbreitet, mit denen systemische Risiken der Fondsbranche angegangen werden sollen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Impulsgeber dafür ist ein Papier des Finanzstabilitätsrates (Financial Stability Board, FSB) aus dem vergangenen Jahr (F.A.Z. vom 20. Januar 2017). Schon damals hatte sich das Gremium, dem Vertreter der Finanzministerien, Notenbanken und Aufsichtsbehörden aus den 20 wichtigsten Wirtschaftsländern (G20) angehören, dafür ausgesprochen, Anlegern in Krisenzeiten den Verkauf ihrer Fondsanlagen zu untersagen, um damit eine gefährliche Abwärtsspirale an den Finanzmärkten unterbinden zu können. Diesen Vorschlägen ist das ESRB, der für die Überwachung des EU-Finanzmarktes und Vermeidung von Systemrisiken verantwortlich ist, gefolgt. Dieser Ausschuss fordert die EU-Kommission auf, entsprechende Gesetzesvorschläge zu erarbeiten. Doch ein Zeitplan dafür lässt sich aus dem ESRB-Papier noch nicht entnehmen, ebenso wenig eine Definition, wann eine Krise vorliegt und damit die Anlagefreiheit von Fondsanlegern eingeschränkt werden soll.

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