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EZB-Entscheidung : Enttäuschte Finanzmärkte

  • Aktualisiert am

Die EZB ändert ihre Zinspolitik nicht wesentlich. Nicht gut genug, befinden die Märkte. Bild: dapd

Die EZB hält die Zinsen wohl länger als geplant niedrig. Den Finanzmärkten reichen die Signale nicht.

          Obgleich die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Finanzmärkten größere Hoffnung auf weiter lockere Geldpolitik machte, reagierten diese etwas enttäuscht. Der den deutschen Aktienmarkt in seiner Breite abbildende F.A.Z.-Index rutschte gegen Mittag ins Minus und verliert aktuell 0,25 Prozent auf 2208 Zähler. Auch der Standardwerteindex Dax gab seine Gewinne ab und fiel wieder unter die Marke von 12.000 Punkten.

          Auch die Kurse der Bundesanleihen fallen. Die Rendite steigt von einem Rekordtief bei minus 0,24 Prozent auf minus 0,21 Prozent. Der Euro wertet dagegen spürbar auf. Waren bis zum Mittag noch etwas mehr als 1,1238 Dollar bezahlt worden, so sind derzeit fast 1,13 Dollar erforderlich.

          Enttäuschung gibt es vor allem bei den Konditionen für Notenbankkredite, die nicht so großzügig wie erhofft seien, monierten die Analysten der Bank JPMorgan. Mit einem Zins für die sogenannten TLTROs von 0,1 Prozent über den regulären Refinanzierungskonditionen, sähen sie restriktiver aus als erwartet. Das könne die Aufwertung des Euro erklären, meint Neil Wilson, Chefmarktanalyst bei Markets.com.

          Per saldo lässt sich also argumentieren, dass sich die Geldpolitik der EZB nicht wesentlich geändert hat. Da die Märkte derzeit aber - zwar vor allem mit Blick auf die amerikanische Notenbank - mit Zinssenkungen und einer Lockerung rechneten, ist die Reaktion nachvollziehbar.

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