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Devisenmarkt : Kursgewinne nach Brexit-Deal verpuffen

  • Aktualisiert am

Britische Banknoten Bild: Reuters

Nach dem Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen hat das britische Pfund deutlich aufgewertet. Allerdings konnte es die Gewinne nicht halten.

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          Der Euro und das britische Pfund haben am Donnerstag zunächst deutlich von der Brexit-Einigung profitiert. Der Euro wertete bis auf 1,1138 Dollar auf und erreichte den höchsten Stand seit Ende August. Das britische Pfund stieg bis auf knapp 1,30 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Mai. Die Gewinne konnten aber nicht ganz gehalten werden.

          Kurz vor Beginn des wichtigen EU-Gipfels in Brüssel haben sich Großbritannien und die Europäische Union auf ein Austrittsabkommen für das Vereinigte Königreich einigen können.

          Doch die Kursgewinne des Pfunds hielten nicht. Gegen Mittag wurde es schon wieder mit 1,28 Dollar und 1,15 Euro bezahlt und wurde damit abermals billiger. Marktbeobachter hatten sich von Anfang an zurückhaltend gegeben. „Der so genannte Deal ist nur ein Schritt im Entscheidungsprozess um den Brexit. Wir sehen noch immer eine Menge Herausforderungen“, sagte Marija Veitmane, leitende Strategin für gemischte Vermögensanlage bei der Fondsgesellschaft State Street. Die wirtschaftliche Logik sei beiden Seiten seit langem bekannt, bislang habe sich die Politik in den Weg gestellt. Diese Themen müssten weiter gelöst werden.

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          Tatsächlich muss das Abkommen noch durch die Staats- und Regierungschefs der EU und das britische Parlament abgesegnet werden. Letzteres gilt als fraglich, weil Großbritanniens Premier Boris Johnson über keine Mehrheit im Parlament verfügt. Sein Partner, die nordirisch-protestantische DUP erklärte aber praktisch umgehend, sie werde das neue Abkommen nicht unterstützen.

          Damit steht der gerade erst ausgehandelte Deal schon vor dem Scheitern, allzumal auch Labour-Chef Jeremy Corbyn das Abkommen ablehnt. „Es scheint, dass der Premierminister einen noch schlechteren Deal verhandelt hat als  Theresa May", teilte der Labour-Chef am Donnerstag mit. Das Parlament solle es zurückweisen. Corbyn  forderte abermals ein zweites
          Referendum.

          In einer jüngsten Umfrage von State Street hatten 71 Prozent der befragten institutionellen Investoren mit positiven Auswirkungen gerechnet, sollte Großbritannien vor Ablauf der Frist eine Einigung erreichen. Im Falle einer Verlängerung, die zu Neuwahlen und/oder einem zweiten Referendum in Großbritannien führt, glaubten 43 Prozent, dass die Märkte negativ reagieren werden. 32 Prozent gingen vom Gegenteil aus.

          Neben dem großen Thema „Brexit“ könnten am Nachmittag auch einige amerikanische Konjunkturdaten für Kursbewegung sorgen. Veröffentlicht werden unter anderem Produktionsdaten aus der durch den amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt gebeutelten Industrie.

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