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Finanzmärkte erholt : Beruhigung, aber weiter Sorgen um Italien

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Die Tendenz am deutschen Aktienmarkt geht wieder leicht nach oben. Bild: dpa

An den Finanzmärkten erholen sich nach den Verwerfungen vom Dienstag die Kurse wieder. Zumindest teilweise. Und in puncto Italien ist weiter Vorsicht angesagt.

          Der Dienstag war an den Finanzmärkten extrem ereignisreich. Die Kurse der Bankaktien, vor allem italienischer Papiere, fielen zum Teil um mehr als 10 Prozent. Die Rendite der zweijährigen italienischen Staatsanleihe schoss um fast zwei Prozentpunkte auf 2,64 Prozent nach oben. Und der Euro wertete um rund 0,9 Cent auf 1,1542 Dollar ab.

          Am Mittwoch nun ruderten die Märkte mehr oder weniger stark zurück. Vor allem der Anleihenmarkt zeigte sich von seiner erratischen Seite. Die Rendite der zweijährigen italienischen Anleihe fiel wieder, und zwar um mehr als einen Prozentpunkt auf 1,49 Prozent.

          Das konnte insofern nicht überraschen, als die Rendite italienischer Papiere auch am Mittwoch in der Region Europa, Afrika und Naher Osten nur noch von Anleihen aus Ländern wie der Türkei, Russland, Griechenland oder dem Libanon überboten wurde. Das zwar kräftig, aber die Risiken sind ja in den anderen Ländern nun  doch wohl etwas höher.

          Das allerdings nicht alles gut ist, zeigte sich an den Preisen für Kreditabsicherungen (CDS). Nachdem diese für italienische Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren schon vor der Wahl merklich angezogen hatten, sprang der Preis am Dienstag auf mehr als 260 Basispunkte und ging am Mittwoch nur unwesentlich zurück. Das bedeutet, dass aktuell immer noch jährlich 25.730 Euro verlangt werden, um eine Million Euro in italienischen Staatsanleihen gegen einen Ausfall abzusichern und es ist mehr, als für türkische Anleihen kostet.

          Auch am Aktienmarkt gab man sich eher verhalten optimistisch. Der italienische Börsenindex FTSE/MIB gewann 2,1 Prozent, nachdem er am Vortag um rund 3 Prozent gefallen war. Der marktbreite deutsche F.A.Z.-Index stieg um 0,75 Prozent auf 2484 Zähler, der Standardwerteindex Dax um 0,9 Prozent auf 12.784 Punkte. Am Vortag waren die Indizes um etwa 1,5 Prozent gefallen.

          Die am Dienstag so gebeutelten Bankaktien waren dabei nicht die Hauptgewinner, auch wenn Deutsche Bank mit einem Plus von 1,7 Prozent überproportional zulegten. Jedoch stieg der Kurs der Commerzbank-Aktie nur um 0,2 Prozent. Der Kurs der italienischen Unicredit verzeichnet ein Plus von nur 1,4 Prozent, nachdem er am Dienstag um mehr als 15 Prozent gefallen war. Ähnlich das Bild bei anderen Bankaktien.

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          Der Euro wertete wieder merklich auf zuletzt 1,1659 Dollar auf, nachdem er in der Nacht noch für wenig mehr als 1,15 Dollar gehandelt worden war. Gestützt wurde der Eurokurs auch durch eine steigende Inflation in Deutschland. Das Erreichen des EZB-Ziels von zwei Prozent lässt einige Anleger auf Zinserhöhungen spekulieren. Das könnte zu stärkeren Mittelzuflüssen in den Euroraum führen.

          Ökonomen erwarten indes nicht, dass der Euro sich nachhaltig erholen kann. „Solange die Zweifel an der zukünftigen Europapolitik Italiens im Markt vorherrschen, wird es der Euro schwer haben, gegenüber dem Dollar wieder zuzulegen“, sagt Antje Praefcke, Devisenexpertin bei der Commerzbank. „Da helfen dann irgendwann auch keine guten Konjunkturzahlen mehr.“

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