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Neuemission : Finanzinvestor EQT bringt Suse an die Börse

Auch der Supercomputer Mare Nostrum in Barcelona läuft mit dem Linux-Betriebssystem von Suse. Bild: Lenovo

Der Nürnberger Linux-Spezialist Suse soll sich noch im laufenden Quartal dem Reigen der Neulinge anschließen. Damit bekämen SAP, die Software AG, Teamviewer und andere weitere Gesellschaft.

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          Der skandinavische Finanzinvestor EQT will nun auch offiziell den Linux-Software-Anbieter Suse an die Frankfurter Börse bringen. Die Notierung soll noch im laufenden Quartal aufgenommen werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Üblicher Vorbehalt: dass der Markt nicht unerwartet stark absackt. Inoffiziell sind die EQT-Pläne seit Monaten am Finanzmarkt bekannt, wie mehrmals berichtet. Suse gehört zu einer Reihe von Unternehmen, die in den vergangenen Monaten einen Börsengang in Frankfurt vorbereiteten oder schon vollzogen haben.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          So will die Beteiligungsgesellschaft Hg Capital ihre Neuwagen-Plattform Meinauto aufs Parkett bringen, und zwar ebenfalls noch in diesem Quartal. Das wäre das zweite Initial Public Offering (IPO) eines Online-Autohändlers, nachdem die Gebrauchtwagenplattform Auto1 seit Februar an der Börse notiert ist. Vodafone hat seine Funkturm-Tochtergesellschaft Vantage Towers an den Markt gebracht. Die Beteiligungsgesellschaft Cinven plant diesen Schritt für Europas größte Laborkette Synlab – wobei dort das Emissionsvolumen deutlich kleiner ausfallen dürfte als geplant, wie am Montag aus Finanzkreisen verlautete. Der Eigner werde voraussichtlich weniger Aktien an den Markt bringen und diese zu einem Preis am unteren Ende der Spanne, die von 18 bis 23 Euro reichte. Das eigentlich angepeilte Milliardenvolumen wird die Emission daher wohl nicht erreichen.

          Suse will zum einen neue Aktien ausgeben, damit 500 Millionen Dollar (420 Millionen Euro) einnehmen und aus dem Erlös Schulden abbauen, hieß es am Montag weiter. Zum anderen gebe EQT Anteile aus seinem Bestand ab. EQT beginnt den Ausstieg ungewöhnlich schnell. Der Finanzinvestor hatte die Übernahme von Suse für etwa 2,5 Milliarden Euro Mitte 2018 vereinbart und im März 2019 abgeschlossen. Inzwischen dürfte die Bewertung auf einen höheren bis hohen einstelligen Milliardenbetrag gewachsen sein.

          Technologieaktien sind unter Investoren gerade begehrt; Onlinehandel, Unternehmenssoftware und Finanztechnologie sind typische Felder. Hinzu kommt die Liquiditätsflut auf der ganzen Welt, die Sachwerte generell nach oben spült. Deutschlands IT-Sektor wird vom Software-Unternehmen SAP dominiert. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 140 Milliarden Euro gehört der Konzern über die Branche hinaus zu den größten. Ein ebenfalls vergleichsweise altes IT-Unternehmen ist die Darmstädter Software AG, hinzu gesellen sich in jüngerer Zeit verschiedene Anbieter, die in der einen oder anderen Form als Digitalspezialisten geführt werden: vom Lieferdienst Delivery Hero bis zum Fernwartungsunternehmen Teamviewer.

          Suse erzielte im Geschäftsjahr 2020 (zu Ende Oktober) 503 Millionen Dollar (416 Millionen Euro) Umsatz und damit ein Sechstel mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken Bank of America und Morgan Stanley. EQT bleibt nach dem Börsengang – zumindest zunächst – als wichtigster Anteilseigner im Unternehmen, „EQT wird Suse auch zukünftig als größter Aktionär zur Seite stehen“, teilte EQT-Partner Johannes Reichel mit. Man sei von den langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens überzeugt.

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